Mittwoch, 25. Februar 2015

Round about: Dein magischer Arbeitsplatz

Frühlings-/Ostaraaltar
Lieber Leser,

heute möchte ich das Thema deines magischen Arbeitsplatzes behandeln. Dieser wird vermutlich – wie in jedem, mir bekannten Glaubenssystems – ein Altar sein. Zumindest ist das der allgemein gebräuchliche Name für den Ort, wo die Anhänger verschiedenen Glaubens ihre Rituale ausführen.
Anders als der starre Begriff Altar vermuten lässt, kann dein Altar praktisch alles und überall sein. Und gerade das macht ihn in meinen Augen so wundervoll; weil egal welchem Glauben du angehörst, du bei deinem Altar die höchsten Gestaltungsmöglichkeiten für deinen persönlichen Ausdruck hast. Der Standpunkt deines Altars kann also fast überall sein.



(c) Fernnando Dutra
Du kannst ihn drinnen oder draußen haben, sowohl in deiner Wohnung, wie auch in der freien Natur sowie in einem Gartenhäuschen. Verschiedene Glaubenssysteme haben verschiedene Ansprüche an die Lage des Altars. Manche Wicca sind zb. Der Überzeugung, dass der Altar nach Osten ausgerichtet sein sollte. Andere sind der Meinung, dass unbedingt – wenn sich dein Altar in einem geschlossenen Raum befindet – ein Fester in der Nähe sein sollte. Wieder andere sind der Meinung, dass man nur in der freien Natur (oder eben Garten) einen richtigen Altar für ihre Götter aufbauen kann.
Ich würde sagen: Such es dir selbst aus. Ob du deinen Altar jetzt in deiner Wohnung, deinem Balkon, deinem Garten oder in Omas Wintergarten hast ist egal. Wenn es sich für dich richtig und gut anfühlt für deine Rituale ins Waldstück um die Ecke zu gehen, zu dieser Quelle, zu diesem Baum, dieser Wiese – dann tu das! Ich bin der Ansicht, dass weder das Pantheon, das du verehrst, noch die Tradition, der du anhängst, dir vorschreiben darf, wo dein Altar zu stehen hat – oder wie dieser auszusehen hat!

Und damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt: Wie sieht so ein Altar überhaupt aus?
Wenn wir an einen Altar denken, haben die meisten von uns in der westlichen Zivilisation vermutlich den typischen Kirchenaltar vor uns. Am Besten aufwendig vor Ewigkeiten aus Stein gehauen mit religiösen Symbolen und Blattgoldverzierungen. In den meisten heidnischen Glaubenssystemen, halten es die Anhänger aber wesentlich einfacher. Vermutlich auch einfach, weil so ein Altar schrecklich teuer wäre....und ganz schwer zu bewegen.
Bevor ich jetzt mit meiner Auflistung anfange sei noch erwähnt, dass du bei deinem Altar volle Gestaltungsfreiheit hast. Alt, neu, rosa oder lila mit tupfen und auf zwei Beinen hüpfend. Wenn es für dich funktioniert – dann ist alles perfekt. Bedenke nur, dass er so hoch oder niedrig sein sollte, dass du davor bequem im stehen oder sitzen/knien arbeiten kannst.

Mein Altar ist ein altes Apothekenschränkchen. Es geht mir bis ungefähr zur Brust und hat ein Dutzend Schubladen. Eine schöne Kommode wird von vielen Anhängern heidnischen Glaubens bevorzugt, da sie viel Platz für all mögliche Dinge bietet. (Du wirst schon noch merken, dass sich da Dinge ansammeln können....)
Der Klassiker unter den Altären, die man häufig im Netz zu sehen bekommt, scheint der Tisch zu sein. Viele Rituale – gerade beim Wicca – setzen voraus, dass du um deinen Altar herum gehen kannst. Da ist ein Tisch ja bestens für geeignet, zudem ist er ein sehr unauffälliges Möbelstück, das meist schon im Haushalt vorhanden oder in der Anschaffung nicht teuer ist.
Ebenso kommen als Altar aber auch Regale, Anrichten, Vitrinen, ganze Schrankwände und Truhen zum Einsatz. Ob du deinen Altar nun selber baust aus Teilen aus dem Wald oder bei Ikea kaufst, bleibt ganz dir überlassen. Ein Billigregal kann ebenso zum Altar werden wie die alte Schrankwand von Tante Frieda. Kaminsimse, Fensterbretter, Erdhügel, Steinplatten und von mir aus auch Servierwagen kannst du zu deinem heiligen Arbeitsort machen. Hier sind weder deiner Kreativität, noch deinem Platz oder deinem Geldbeutel irgendwelche Grenzen gesetzt.

Bliebe aber noch eine Frage zu klären: Dauerhafter Altar – ja oder nein?
Eine Frage, die die heidnische Gemeinschaft immer wieder gerne heiß diskutiert. Aber hier kommt es auf deine eigene Haltung und deinen Platz an. Viele sind der Ansicht, das es gewisse Dinge gibt, die dauerhaft auf dem Altar bleiben sollten; was natürlich einen dauerhaften Altar voraussetzt. Hier ist aber das Problem: Was wenn du noch nicht aller Welt kund tun möchtest, dass du dich gerade mit einem neuen – noch wenig bekannten, manchmal sogar wenig tolerierten – Glaubenssystem anfreundest? 
(c) Bart Everson
Ob dein Altar dauerhafter Natur ist oder nicht würde ich von deinem Platz und deiner persönlichen Einstellung abhängig machen. Wenn du noch nicht jedem, der deinen Raum betritt mitteilen möchtest, dass du dich zu einem heidnischen Glauben hingezogen fühlst oder einfach keinen Platz für einen dauerhaft dastehenden Altar hast, dann räume deinen Altar weg, wenn du mit deinem Ritual fertig bist oder Besuch erwartest. Und schon wird aus deinem Altar vielleicht ein unverfänglich geschmückter Tisch mit Kerzen, weil es „so heimelich“ aussieht.
Wenn du dich für einen dauerhaften Altar entschließt, dann würde ich ihn in einen Raum stellen (wenn du die Auswahl hast) wo du ungestört sein kannst. Das Wohnzimmer eignet sich dazu vielleicht nur bedingt, wenn man mit anderen Leuten zusammen wohnt. Und natürlich wäre es am schönsten, wenn dein Altar an einem Ort positiver Schwingungen steht. Meiner ziert zum Beispiel die Wand neben unserem Bett im Schlafzimmer und ich denke, einen Ort mit schöneren Energien hätte ich mir nicht aussuchen können.

(c) ella larose
Ebenso verhält es sich natürlich mit Altären in freier Natur. Wenn es sich um deinen eigenen Balkon, Garten oder Wintergarten (oder von engen, aufgeklärten Familienangehörigen, Freunden etc.) handelt, dann spricht nichts dagegen sich dort dauerhaft einzurichten. Solltest du es für deinen Altar allerdings vorziehen in die „wilde“ Natur zu gehen, dann würde ich persönlich dir raten deinen Altar jedes Mal neu aufzubauen, wenn du dort hin gehst. So beugst du Schäden durch Tiere oder Umwelteinflüsse vor, vermeidest aber auch, dass dein Altarzeug durch neugierige Spaziergänger zerstört oder gestohlen wird. Zudem verhinderst du so, dass deine Arbeitswerkzeuge einen Waldbrand auslösen oder Tiere verletzen. Außerdem möchtest du sicher nicht Aufmerksamkeit aller: „Satanisten in Wald so und so gesichtet“ auf dich ziehen, oder?


Aber hey, wieso sagt ihr mir nicht mal, wie eure Altäre aussehen? Oder wie ihr sie gestalten würdet. Habe ich vielleicht noch Dinge nicht erwähnt, die man zum Altar machen könnte?
Bin gespannt auf eure Meinung, ab in die Kommentare damit!


Licht und Liebe wünsche ich euch auf euren Wegen.

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