Freitag, 27. März 2015

How to do: Dein persönlicher Zauberstab

(c) Penn State

Guten Tag, liebe Freunde

heute möchte ich euch daran teilhaben lassen, wie ihr euren eigenen Zauberstab herstellt. Denn wie mir aufgefallen ist, gibt es kaum eine Anleitung dazu, obwohl viele junge magisch – begabten Menschen sich fragen, wie es richtig funktioniert und was es zu beachten gibt. Oftmals geben auch Bücher darüber keinerlei oder nur dürftige Informationen. Was natürlich in einer Zeit wie unserer, wo die meisten von uns alleine lernen, zu vielen Fehlern und Katastrophen führen kann.
Also. Lasst euch von mir in eine Welt der Stäbe entführen.


Wofür braucht man überhaupt einen Zauberstab?

Ich für meinen Teil halte einen Zauberstab für unerlässlich. Er ist eine Antenne mit der wir unsere Energien fokussierter zu schicken und gleichzeitig Energien aus unserer näheren Umgebung und aus unseren Anrufungen tiefer in uns verwurzeln zu können. Zudem dient er zum begrenzen und abgrenzen, wenn wir zb. Den magischen Kreis ziehen. Oder wir können damit auch Energien verschicken, wenn es zb. Um das Heilen von Leuten geht.
Das macht den Zauberstab zu einem universellen Einsatzmittel. Daher kommt er auch in fast jeder magisch – heidnischen Glaubensgemeinschaft vor. Die Asatru kennen ihn ebenso wie die Hexen, Wicca, Neokelten oder Neoschamanen.

Woraus besteht ein Zauberstab?

(c) donsolo
Ein Zauberstab besteht in den allermeisten Fällen aus Holz. Mir wären jetzt nur die Völven eingefallen, die laut Edda einen mit Leder umwickelten Stab aus Kupfer bei sich führten. Oder auch einen Pferdephallus. Da ich aber nicht denke, dass du auf derartig außergewöhnliche „Stäbe“ zurückgreifen möchtest, werde ich die Möglichkeit Pferdephallus zu trocknen hier mal nicht erwähnen.
Natürlich kannst du deinen Stab aus praktisch jedem Material machen. Du kannst eine alte Gardinenstange genauso nehmen wie einen Besenstiel. Das kommt hierbei ganz auf deinen persönlichen Geschmack und deine Möglichkeiten der Bearbeitung an. Und da sich bei uns im Durchschnitt wohl keine schweren Geräte befinden, möchte ich mich auf die Ausarbeitung von Holzstäben beschäftigen, die am weitesten verbreitet und wohl auch am beliebtesten sind.

Wie stelle ich den Zauberstab denn nun her?

Schritt Eins: Das richtige Holz
Bei den meisten heidnisch – magischen Menschen stammte das Holz für ihren Zauberstab von Bäumen aus ihrem Kulturkreis. Oder du lässt dich von deinem bevorzugtem Götterpantheon inspirieren und wählst einen Baum aus deren Kulturkreis (wobei das passende Holz dafür zu finden schwer werden könnte.)
Ob man lieber Todholz nehmen sollte oder seinen Stab auch direkt vom Baum schneiden darf, daran scheiden sich die Geister. Wichtig ist, dass das Holz des Baumes mit dir in guter Schwingung steht. Du wirst fühlen, welcher Baum dir gut zusagt. Und solltest du das Holz frisch schneiden, dann tue das mit Respekt vor dem Baum und bedanke dich.
(c) Pixabay

Solltest du dich mit dem Glauben der Wicca befasst haben – oder ihm angehören – dann wirst du sicher schon einmal gelesen haben, dass sie meinen, dass verschiedene Hölzer verschiedene magische Eigenschaften haben. Es gibt einige Seiten im Netz und einige Bücher, die die verschiedenen Eigenschaften der Hölzer auflisten, falls es dir wichtig ist.

Haselnuss; Akazie; Esche: Gut geeignet für alle Arten „weißer“ Magie
Eiche: Der Sonne zugeordnet. Besonders geeignet für alle Arten der „Sonnenmagie“
Holunder: Für Weihungen und Anrufungen
Schlehe: irische Tradition
Eibe: walisische Tradition

Aber natürlich kannst du jeden Baum benutzen, denn du benutzen möchtest. Wenn Omas alte Kirsche auf dich eine besondere Anziehung hat und du meinst, dass ein Zauberstab aus ihrem Ast doch etwas Großartiges wäre – dann tu es! Und wenn es der alte Speer sein soll, den dein Onkel dir als „Touristensouvenir“ aus Afrika mitgebracht hat – dann ist das ebenso in Ordnung!
Bedenke immer. Ein jedes Werkzeug ist nur ein Hilfsmittel, damit du deine Energien besser nutzen kannst.

Schritt 2: Die Bearbeitung
(c) Brashsculptor
Wenn du das richtige Holz gefunden hast, dann beginnt auch schon die Bearbeitung. Du musst das Holz, sollte es noch von einem lebenden Baum kommen, in der richtigen Länge schneiden. Ich habe schon die Empfehlung gelesen das Holz abzulagern, da ich nie mit frischem Holz gearbeitet habe, kann ich dazu nichts sagen.
Auf jeden Fall wäre der nächste Schritt die Rinde zu entfernen; es sei denn du stehst auf den rustikalen „direkt vom Baum“ - Look. Das tust du am Besten mit einem Taschenmesser und über einem Mülleimer. Sei vorsichtig dabei; gerade wenn du eventuelle Erhebungen versuchst zu entfernen. Als Nächstes würde ich dir empfehlen dir verschieden starkes Schleifpapier zu holen und den Stab so lange abzuschleifen, bis er angenehm weich in deiner Hand liegt.
Beachte, dass diese Aufgabe schon einmal zwei Stunden und mehr in Anspruch nehmen kann. Je nach Länge deines Stabes.

Schritt 3: Die Verzierung
Nun kommen wir zu dem wohl am beliebtesten Schritt bei der Herstellung eines Zauberstabes – der Verzierung.
(c) Joan
Hier sind deiner Kreativität keinerlei Grenzen gesetzt. Du kannst um deinen Stab bunte Bänder schlingen; Felle, Hörner, Knochen oder Federn daran hängen. Du kannst Runen, das Hexenalphabet oder gewisse andere Zeichen, die für dich etwas ausdrücken aufmalen oder in den Stab einbrennen bzw. einritzen. Natürlich kannst du auch schöne Steine an deinem Stab befestigen oder – wie es häufig zu lesen ist – einen Stein auf der Spitze befestigen um einen verstärkten Fokuspunkt für die Energien zu schaffen. Solltest du dafür einen Halbedelstein nehmen, dann wähle einen, der dir ganz besonders zusagt. Du kannst aber auch einen ganz „normalen“ schönen Stein oder eine Glasskulptur/Kugel dafür nehmen. Oder etwas aus Stoff an der Spitze befestigen.
So könnte deinen Stab zb. Ein Hufeisen zieren. Oder er ist über und über mit Runen verziert. Oder um ihn sind bunte Bänder geschlungen wie um einen Maibaum. Jeder Stab wird damit zu einem einzigartigen Original – genauso wie sein Besitzer.

(Schritt 4: Die Weihe)
Dieser Schritt ist in Klammern gesetzt, weil ihn nicht jeder für nötig hält und eher ein sehr persönlicher Schritt bei der Herstellung deines Zauberstabes ist. Ich habe für keinen meiner Gegenstände eine Weihe oder Ähnliches vollzogen. Doch es gibt einige Leute, die es für wichtig halten. Du könntest deinen Gegenstand zur Weihe zb. Einfach ins Mondlicht legen und ihn von der Energie des Mondes (bzw. der Sonne, wenn dir das lieber ist). Natürlich kannst du auch ein kleines Ritual gestalten und die von dir verehrten Götter bitten ihren Segen auf den Stab zu legen, damit er als mächtiges Werkzeug deine Energien besser „bewegen“ kann.

Mein persönlicher Zauberstab

(c) Mein "Wander"stab
Als kleines abschließendes Beispiel möchte ich euch noch meinen Zauberstab zeigen und beschreiben. Mein Zauberstab ist ungefähr zehn Zentimeter größer als ich (also ungefähr 180 cm) und besteht aus Haselnuss. Ich habe ihn auf einen Waldspaziergang mit meinem Verlobten gefunden und mich sofort in den Stab verliebt. Zu Hause haben wir uns daran gemacht ihn zu bearbeiten. Mehrere Stunden (um ehrlich zu sein fast den gesamten Abend bis fast Mitternacht) saßen wir also auf der Couch und bearbeiteten die Stöcke mit dem Messer. Ich hatte schreckliche Schmerzen nach dem entfernen der Rinde und dem Versuch die kleinen Astlöcher zu begradigen.
Danach nahm ich mir zwei verschieden starke Schleifpapier und begann den Stab damit zu bearbeiten. Es war eine unfassbar aufwendige Arbeit, aber sie hat sich gelohnt. Danach fühlte der Stab sich sehr weich und glatt in meiner Hand an. Eingebrannt oder gemalt habe ich noch nicht. Doch ich habe mit Wolle ein paar Bänder geflochten und zwei schöne Federn, die schon eine Weile bei mir herumlagen, verziert. Ebenso habe ich meinen „Medizinbeutel“ (ein sowohl indianisches wie germanisches Zauberutensil) daran befestigt.
Für mich ist der Stab genau richtig so und unfassbar mächtig. Ich fühle mich wohl mit ihm und habe das Gefühl, dass er mir sehr dabei hilft meine Energien besser zu fokussieren und zu konzentrieren. Ebenso habe ich seine Funktion als „Antenne“ zu den angerufenen Kräften schon erfahren dürfen. Es war sehr bewegend.


So.
Nun solltest du alles Wissenswertes haben um deinen eigenen Zauberstab bestmöglich herzustellen. Ich wünsche dir viel Spaß dabei und Erfolg natürlich. Hinterlasst doch einen Kommentar, wie eure Zauberstäbe beschaffen sind und aussehen. Vielleicht sogar mit Foto?
Würde mich freuen.

In Gedanken,
eure Ardijana


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