Freitag, 20. März 2015

Die Frühjahrs - Tag - und - Nacht - Gleiche (Ostara)

(C) Gytha69

Die Frühjahrs-Tag – und – Nacht - Gleiche ist eines der großen Feste der meisten heidnisch – magischen Traditionen. Es ist ein Frühlingsfest und feiert, dass an diesem Tag die Tage und Nächte gleichlang sind. Danach werden die Tage erstmal länger, für uns beginnt der sprichwörtliche Frühlings und der Sommer.


Datum: varierend. Diesmal 20. März 2015 
(Viele Hexen feiern ihre Feste an einem festen Datum, der Einfachheit halber. Hier wird oft der 21. März gewählt.)

Für praktisch jedes heidnische Glaubenssystem ist der Frühling unfassbar wichtig. Immerhin versetzen wir uns mit den meisten Glaubenssystemen eigentlich zurück in eine Welt, wo es den Menschen im Winter alles andere als gut ging. Es gab nichts Frisches zu essen; man bangte darum, dass das Feuerholz reichhaltig genug war; dass man nicht hungern musste und ja nicht krank wurde. Wegen den frühen Nächten war man ans Haus gebunden, was nicht immer ein Vergnügen war.

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Nun aber erwacht der Frühling langsam aus seinem Winterschlaf und mit ihm die Natur. Die ersten Blumen künden von einem neuen Anfang; Schneeglöckchen, Krokusse und Osterglocken. Gemeinsam läuten sie die warmen langen Tage an, die nun beginnen. Bei den Wicca ist der Frühling zu vergleichen mit der jungen Göttin. Sie ist die Jungfrau – das sprichwörtliche blühende Leben.
Darum sollten wir den Frühling und seinen Anfang feiern so gut wie wir nur können. Er bringt das Licht zurück und lässt die Tage wieder länger werden. Man kann mit der Aussaat beginnen und es gibt wieder frische Lebensmittel. Überall blüht das Leben auf, dass man im Winter so vermisst hat. Auch Tiere gebären im Frühling ihre Jungen; damit ist die Frühjahrs – Tag – und – Nacht - Gleiche auch ein Fest des Wachstums und der Fruchtbarkeit. Sowohl für unseren Garten, wie auch für unseren Geldbeutel oder unsere Familie.

Von vielen wird dieses Fest auch Ostara genannt. Dieser Name geht auf eine, niemals näher belegte und vermutlich nie existente, Göttin mit dem Namen Ostara oder Eostra zurück. Sie soll aus dem germanischen Raum verehrt worden sein. Von ihrem Namen leitet sich auch das christliche Osterfest her, dass viele Parallelen mit diesem Feiertag aufweist.

Wie schmückt man Haus und Altar für das Fest?

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Typischer Schmuck für die Frühjahrs – Tag – und – Nacht - Gleiche sind natürlich gefärbte Eier. Sie sind ein Symbol für die beginnende Fruchtbarkeit, denn das Eierlegen der Hühner pausiert im Winter. Meist wurden sie um ihre symbolische Wirkung noch zu verstärken rot angemalt. Heutzutage begegnen sie uns in allen Farben – mal ausgeblasen, mal gekocht – und mit dutzenden Mustern.
Ebenso gehören Hase, Küken und natürlich das Osterlamm zu diesem Fest. Vermutlich – ich kann dort wirklich nur vermuten und nicht mehr – sind es alte Opfertiere zu diesem Fest. Heutzutage stelltvertretend dargestellt durch Gebildebrot (Brot oder Kuchen in Hasen- oder Lammform) oder durch Statuen. Das Lamm, zum Beispiel, sei eine Darstellung des Thorwidders entsprungen. Zumindest hatte ich ähnliches noch vor Kurzem gelesen und halte es nicht für all zu abwegig.

Die typischen Farben für dieses Fest sind alle Frühlingsfarben!
Von Grün zu Gelb bis zu blassorsa darf alles vertreten sein, was seinen frühlingshaften Charme ins Haus und/oder auf den Altar bringt. Daher ist bevorzugte Dekoration für deinen Altar alle Frühlingsblüher wie zb. Tulpen, Osterglocken oder ähnliche Dinge. Aber auch dein Altartuch oder die Kerzen kannst du daran anpassen.

Gibt es Lebensmittel, die zu diesem Fest gehören?

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Wie zu jedem Fest, gehören auch zur Frühjahrs – Tag – und – Nacht – Gleiche bestimmte Lebensmittel. Sie sieh aber eher als Anregung und nicht als umunstößliche Regel. Geeignet sind schöne Salate mit Blumen, Knospen, Sproßen und frische Kräuter. Auch das typische Gebildebrot (Brot/Kuchen in Form von Hasen oder Lämmern) gehört zu diesem Fest, ebenso wie zb. Hasenbraten oder ähnliche Dinge. Frische Obstsäfte können dazu getrunken werden. Alles, was man aus den frischen ersten Früchten herstellt.
Deiner Phantasie sind bei der Essenauswahl keinerlei Grenzen gesetzt. Nur fröhlich und bunt sollte es sein. Stell dir vor, du hattest den ganzen Sommer kein frisches Essen. Draußen lag meterhoch der Schnee, es war kalt, die Küche karg. Und nun kommt der Frühling langsam wieder. Natürlich dürfen auch die obligatorischen Eier in deinem Gericht nicht fehlen. Ob bunt, hart gekocht, gerührt, gequirrlt, als Spiegelei oder wie auch immer!

Welche Gottheiten ehrt man an diesem Fest?

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Zur Frühjahrs – Tag – und – Nacht – Gleiche werden prinzipell alle Fruchtbarkeitsgottheiten geehrt. 

die Wanen - das Geschwisterpaar Freyr und Freya aus dem nordischen Raum, steht für Fruchtbarkeit bei Mensch und Tier

Bacchus - römischer Gott des Weines und der Fruchtbarkeit

Cernunnos - keltischer Gott der Natur, der Tiere und der Fruchtbarkeit

Demeter - griechische Göttin der Fruchtbarkeit und der neu erwachten Natur. 

Du ehrst keine Götter? Kein Problem.
Es ist ein Fest der erwachenden Natur. Wieso ihr also nicht huldigen? Du kannst an diesem Fest auch Mutter Natur feiern. Oder Vater Himmel. Oder Beiden. Oder den Elfen, den Feen oder sonstigen Naturgeistern, die du vielleicht verehrst. Die Möglichkeiten sind unfassbar reichhaltig und du findest sicher jemanden, den du an diesem Fest dazu aufrufen kannst dein Leben fruchtbar in jeder Hinsicht zu gestalten und der Natur neues Leben einzuhauchen.


Welche Rituale führt man an diesem Tag aus?

An diesem Ritual kann man verschiedene Rituale durchführen. Da es ein Fruchtbarkeitsfest ist eignen sich Rituale für alles, was mehr werden möchte. Sei es nun ein Kinderwunsch oder ein bisschen Geld ist, für jegliche Mehrung kannst du ein Ritual an diesem Tag abhalten. Ebenso, wenn du das Gefühl hast, dass dir die Ideen ausgegangen sind zb. Beim schreiben, malen oder sonstigen Dingen. Du kannst aber auch Rituale zur Mehrung deiner magischen Kraft durchführen oder damit dir das Lernen leichter fällt. Ebenso, wenn du mehr Freunde haben möchtest.
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Bei den Wicca bezieht man noch die Mondphasen nicht ein – viele sind der Meinung, wenn dieses Fest in die Phase des abnehmenden Mondes fällt, sei es gut um Dinge los zu werden. Wenn es eine Phase des zunehmenden ist, wird seine mehrende Kraft noch unterstützt. Ich halte das für „Blödsinn“, wenn man das mal so behaupten darf. Es ist ein Fruchtbarkeitsfest und damit ist sein Sinn und Zweck doch eigentlich festgelegt, oder? Darum würde ich darauf nicht viel geben und einfach die Fruchtbarkeit feiern und ritualisieren, wie es nur möglich ist!

Viele Wiccaorden sehen die Frühjahrs – Tag – und – Nacht – Gleiche auch als den Tag an, an dem neue Mitglieder aufgenommen werden. Eben weil etwas Neues erwacht – und damit auch ein neues Mitglied in den Zirkel starten kann. Ich finde das ein wenig doof...weil was macht man, wenn man ein super gutes neues Mitglied findet, aber das Fest gerade rum ist? Wartet man dann ein ganzes Jahr?

Pagan Parenting – Tipp:

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Es ist ein wunderbares Kinderfest. Vom Eierfärben aus unserer Kindheit bis hin zu Stockbrot überm Osterfeuer kann man soooo viel machen. Wie wäre es mit einem schönen Osterpicknick im Wald? Blumenkränze flechten. Oder ein Feuer im Garten machen und Grillen. Schöne Geschichten an den Flammen erzählen oder gemeinsam sich überlegen, wie man den Garten neu bepflanzen kann und ihn vorbereiten.
Man könnte auch gemeinsam aus Ton einen Spardose machen, die das Geld im Haus halten soll. Oder gemeinsam Blumentöpfe für die nächsten Zimmerpflanzen bemalen, kann für Kinder eine großartige Ergänzung für dieses Fest sein. Oder wie wäre es mit Gemüse- und Obsttieren basteln? Oder dem, was wir alle aus unserer Kindheit wohl noch kennen, Kresse auf Watte züchten. Damit kann das Kind ganz hautnahe das Erwachen der Natur nachvollziehen und gleichzeitig beobachten, wie sich der Jahreszyklus entwickelt.


Doch nun liegt es an euch. Wie feiert ihr die Frühjahrs – Tag – und – Nacht – Gleiche? Und wie bindet ihr eure Kinder ein? Bin neugierig zu hören – also ab in die Kommentare damit und lasst uns teilhaben!



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