Freitag, 6. März 2015

Round about: Dein magisches Werkzeug

(c) Wikipedia
Lieber Leser,

Unser Bild der Hexe bringt immer bestimmte Attribute mit ihr in Verbindung; nicht nur körperliche, sondern auch symbolische. So ist eine Hexe ohne Besen und spitzen Hut in unserer Vorstellung praktisch nicht präsent. Es fällt uns sofort ein, wenn wir an das Wort Hexe denken. Doch auch moderne Heiden kommen in ihren Anbetungen oftmals nicht ohne magisches Arbeitswerkzeug aus – sei es zur Unterstützung ihrer Arbeit oder weil sie sich einfach an die Arbeit damit gewöhnt haben.
Die Werkzeuge gestalten sich je nach angehörigem Glauben und Tradition immer ein wenig anders. Ich werde hier versuchen einen kleinen Überblick darüber zu geben, damit du dir die Gegenstände heraussuchen kannst, die sich für die Ausübung deines Glaubens gut anfühlen. Auf keinen Fall fühle dich genötigt alle Gegenstände zu haben.



Die magische Robe

Laut Wicca ist die Robe (früher) ein einfaches Gewand im T-Shirt-Schnitt gewesen und war oftmals mit verschiedenen magischen Symbolen bestickt. Ich persönlich halte dies, da Magie auch von der oftmals doch recht armen Durchschnittsbevölkerung durchgeführt wurde, (die es sich eben nicht leisten konnten ein spezielles Gewand anzufertigen), für eher unwahrscheinlich.
(c) Fernnando Dutra

Heutzutage stehen dir aber – sofern du nicht einer Gruppe angehörst, die dort Vorschriften macht – Tür und Tor offen. Wenn du dich für eine bestimmte Zeit zb. Den Schamanismus der Indianer, den Voodoo oder die alte nordische Tradition entscheidest, kannst du dein Ritualgewand an die damalige Mode anpassen. Oder es komplett frei entwerfen, wie es dir gerade liegt. Magisch Interessierte Leute gab es zu jeder Zeit und zu jeder Mode.

Auch deiner Lieblingsjeans oder dem Kapuzenpullover aus dem letzten Urlaub steht nichts im Weg.
Ob diese Kleidung dann nur zu Ritualen getragen werden darf, darüber scheiden sich die Geister. Ich selbst trage meine Ritualkleidung auch öfter mal im Alltag. Gerade wenn ich zb. Auf Kräuterwanderungen bin. Für mich füllt das meine magische Kleidung mit den guten Schwingungen, die mich während eines Waldspaziergangs umgeben.

Der Zauberstab

Unweigerlich mit der Magie und dem Magie Praktizierendem ist der Zauberstab verbunden. In den meisten heidnisch – magischen Traditionen wird er aus Holz gefertigt. Von den Völven („Priesterinnen“ der Freya) ist zb bekannt, dass sie auch Stäbe aus Leder umwickeltem Kupfer bei sich führten.
Viele Wicca legen sich auch bei der Wahl des Holzes fest, da sie ihm verschiedene Aufgabenbereiche zuweisen. Ob du dich daran halten möchtest oder einfach deinem Gespür folgst, sei an dieser Stelle ganz dir selbst überlassen. Ebenso kann man sich über die Größe, die Form oder der Verzierung streiten. Von meinem Standpunkt aus, muss der Stab nur für dich stimmig sein und sich richtig anfühlen.
(c) Alex

Mein Stab ist gute zehn Zentimeter größer als ich und aus einem langen, relativ gerade gewachsenem Stück Holz. Ich habe ihn mit dem Taschenmesser und Schmirgelpapier in mühevoller Arbeit von Rinde und Knubbeln befreit. Nun hängen an ihm zwei Feder befestigt mit selbstgeflochtenen Wollbändern und ein Medizinbeutel.
Instinktiv habe ich zur Haselnuss gegriffen. Viele Wicca meinen, dass man Zauberstäbe aus Haselnuss für alle weißmagischen Arbeiten benutzen kann – also kann man seinen Gespür dort ruhig vertrauen. Kann sie auch nur empfehlen; an den Sträuchern seit ihr im Wald sicher schon mal vorbei gelaufen. Sie wachsen zu mehreren gerade nach oben und haben eine glatte gräuliche Rinde. Perfekte Spazierstöcke.


Die Athame

Die Athame gleicht in ihrer Funktion oft dem Zauberstab und wird von vielen Hexen entweder oder benutzt. Ich zum Beispiel finde, dass ein Zauberstab sanfter wirkt und würde ihn daher eher für sanftere Zauber benutzen (Segnungen etc.) und eine Athame, der als Waffe doch eine gewisse Gewalt innewohnt, eher bei „kräftigeren“ Zaubern wie zb. Bannungen oder Krankheitsheilung.
(c) N8an

Bei den Wicca handelt es sich oft um zwei Athamen; eine mit schwarzem, die anderem mit weißem Griff. Im Aufbau ähneln sie sich, da sie meist als zweischneidige Messer beschrieben werden. Die Schwarze wird zum lenken von Energien benutzt (ebenso wie der Zauberstab) und die weiße zum schneiden von Kräutern oder sonstigen „handwerklichen“ Ausübungen der Magie.
(Hier sei erläuternd erwähnt, dass solche zweischneidig geschliffenen Messer nicht mit sich geführt werden dürfen. Zu Hause darfst du es liegen haben; wenn du über 18 bist auch kaufen – aber es zu Kulthandlungen mit in den Wald zu nehmen ist verboten!)
Wieder andere Quellen sind der Meinung, dass gerade vererbten Messern eine unheimliche Macht innewohnt. Es gibt auch Menschen, die zur rituellen Ausübung Schwerter bevorzugen. Auch hier möchte ich dir nichts vorschreiben; ich kenne Wicca, die sich bei Omas alten Silberbesteck bedienten oder ihre Athamen auf Flohmärkten kaufen. Oftmals findet man sie auch aus Holz vor. Meine momentane Athame ist ein altes Frühstücksmesser mit Horngriff, das noch mein Urgroßvater angefertigt hat.

Das Räuchergefäß
(c) Angela Marie
Viele kultische Handlungen sind für uns untrennbar mit Rauch und Düften verbunden. Aber auch normale Rituale hängen oftmals wegen ihrem Duft in unseren Gedanken. So kann der Geruch von Kirschkuchen einen sofort an die schönen Sonntage bei Oma erinnern, die jedes Mal ihren berühmten Kuchen für die Enkel backte.
Auch hier gibt es etliche Vorschriften wie es aussehen sollte oder ähnliche Dinge. Überlass es deinem persönlichen Geschmack und wie es sich in die von dir gewählte Tradition/Glaubensrichtung einfügt. Da alle Arten auf die man Räuchern kann aufzuzählen hier zu zahlreich wäre, widme ich mich dem in einem gesonderten Artikel und verlinke ihn dann hier.

Das Glöckchen

(c) rosmary

Bisher ist mir diese Erscheinung nur unter den Wicca begegnet. Dort wird oftmals ein Glöckchen empfohlen um den Anfang oder das Ende einer Meditation oder eines Rituals anzuzeigen oder damit eine Wesenheit zu rufen. Ich denke, es verhält sich damit genauso wie mit schamanischen Trommeln, die diese Rolle ebenfalls übernehmen können. Oder auch Klangschalen, CDs oder eine Gitarre.
Ich persönlich benutze kein Glöckchen und muss zugeben, dass sich mir der Sinn auch noch nicht erschlossen hat.







Der Hexenkessel

(c) Jere Keys
Heutzutage bei vielen Hexen weder groß noch aus Gusseisen. Natürlich kann man solche Kessel immer noch im Esoterikladen beziehen, aber ich würde fast davon abraten, wenn du nicht Geld zu verschenken hast. Natürlich ist die Größe deines Kessels ganz dir überlassen und auch seine Gestaltung.
Der Kessel bekleidet viele unterschiedliche Aufgaben. Er dient zum kochen von Suden, Tee's und Salben. Ebenso teilweise zum verbrennen von Räucherwerk oder um damit zu Weissagen. Ob du einen brauchst wird wohl nur deine eigene Erfahrung zeigen. Solltest du ihn auf deinem Altar benutzen, kann ich eine Platte empfehlen für Teelichter, auf der man Tee's warmhalten kann.
Mein „Kessel“ ist momentan noch eine alte Keramikteekanne. Ich möchte sie vielleicht mal ersetzen, wenn mir etwas Geeigneteres über den Weg läuft; doch bisher erfüllt sie einen guten Zweck.

Das Pentagramm

(c) Xa
Von den Wicca benutztes Symbol – meist aus Holz oder Metall – das auf dem Altar platziert einen dortigen Weihepunkt einrichten soll. Angeblich werden dort die Energien besonders fokussiert und daher werden zu Weihende oder zu ladende Gegenstände darauf platziert.
Da ich nicht der Tradition der Wicca angehöre und es auch sonst als überflüssig empfinde, habe ich kein Pentagramm auf meinem Altar. Momentan befindet sich in der Mitte eine Opferschüssel. Aber vielleicht findest du ja auch ein anderes magisches Symbol für Kraft oder Schutz, das du auf deinem Altar platzieren möchtest. Oder richtest – so wie ich – stattdessen eine kleine Opferstelle ein.



Der Hexenbesen
(c) Dan Zelazo
Wie eingangs schon erwähnt kennen wir das Bild der Hexe nicht ohne ihn – den Besen. In vielen Traditionen und Ausrichtungen wird er allerdings nicht zum fliegen benutzt – was ja auch viel zu auffällig wäre ^^ - sondern um den magischen Kreis vor negativen Energien zu reinigen. Ebenso kann er zur spirituellen Reinigung deiner neuen Wohnung oder deines Altarplatzes genutzt werden. Beim Handfasting spielt er ebenfalls eine wichtige Rolle.
Ich selbst besitze keinen Besen. Mein Mann wollte mir mal einen binden, was ein wenig schief ging. Wer weiß, vielleicht hole ich es noch nach. Bin bisher aber auch sehr gut ohne ausgekommen und sehe ihn deswegen eher als ergänzendes Werkzeug an.



Kerzen

Eins kann ich dir vorab sagen: Du wirst niemals – niemals – genug Kerzen haben!
(c) Martin Fisch
Kerzen gibt es in allen Formen und Farben und daher bieten sie einen großen gestalterischen Freiraum. Ganz nach deinem System kannst du die Kerzen für dein Ritual entsprechend Farbe, Wochentag, Sternzeichen oder Jahreszeit aussuchen. Ob du dafür Teelichter oder ein wenig teurer durchgefärbte Kerzen benutzt bleibt dir überlassen. Nur pass auf, dass sie sicher stehen und lasse sie niemals unbeaufsichtigt.
Einige Wicca haben öfter weiße Kerzen zur Beleuchtung auf ihrem Altar. Ich persönlich tausche meine Kerzen der Jahreszeit/dem Fest entsprechend aus; sie dienen mir zur Beleuchtung. Dem Sinn des Rituals entsprechende Kerzen wirken immer verstärkend, so meine Erfahrungen. Welche der oben aufgezählten Aspekte du in die Wahl deiner Kerzen mit einfließen lässt, bleibt dir überlassen. Nur ich persönlich kann sagen, dass magisches Arbeiten und elektrisches Licht für mich nie sonderlich gut zusammen gepasst hat.

Das Buch der Schatten (Grimoire)

Und zu guter Letzt, der seit Charmed wohl bekannteste Gegenstand der Hexen: Das Buch der Schatten.
Dieses Buch wird man – obwohl unter unter diesem Titel erhältlich – nicht im Buchladen finden. Denn es ist eine Ansammlung der eigenen Arbeit einer jeden Hexe. Viele bevorzugen wegen Charmed die Bezeichnung Grimoire, die wesentlich älter ist.
In diesem Buch hältst du deinen magischen Werdegang fest. Selbstgeschrieben Rituale, prophetische Träume oder Lexikateile. Was in deinem Buch zu finden sein kann, darüber streiten sich die Hexen auch heute noch. Es ist ein ganz eigenes Ding; so etwas fast wie dein persönliches Hexentagebuch. Halte darin fest, was dir sinnvoll erscheint und wichtig.
Ebenso ist die Aufmachung des Buches nicht festgelegt: Einige Hexen schreiben es traditionell handschriftlich in ein Notizbuch, heften es in Ordern ab oder führen es – wie auch ich – auf dem PC. (Dann sichere es aber zusätzlich auf einer Festplatte oder USB – Stick.)
Alte gefundene Zauberbücher sind oft sehr schön verziert und gebunden. Doch gemeinsam haben alle Grimoire aller Hexen dieser Welt, das sie es nicht jedem zugänglich machen. Wirst du zb in einen Orden aufgenommen, kann es sein, dass man dir eines überreicht zum lernen. Oder wenn du von einer anderen Hexe in die Kunst eingeführt wirst könnte sie dir Einblick in ihr Buch gewähren; meistens bleiben sie aber unter Verschluss.

Weitere Gegenstände

Darunter ließe sich jetzt fast alles aufzählen. Tücher zum verschönern deines Altars, Dekoration, Federn, Muscheln vom letzten Urlaub, Abbilder deiner Götter, Heilsteine oder ähnliche Dinge. Viele Wicca – und auch viele andere Heiden – vertreten gerne die vier Elemente auf ihrem Altar.
Ansonsten finden sich auch Talismane, Kräuter, Verpackungen, Gefäße für Tee's oder andere Getränke in dem Altar. Praktisch alles kann seinen Platz auf deinem Altar finden, solange du eine magische Verknüpfung damit aufbauen kannst.


Zu guter Letzt kann ich dir nur die sehr schönen Worte von Maja Sonderbergh mitgeben:

Finde deinen eigenen Weg dich auszudrücken.

Niemand kann dir sagen, was du wirklich brauchst oder eben nicht. Eine Küchenhexe wird vielleicht keinen Spiegel für rituelle Magie brauchen. Ebenso wird ein Heide in der nordischen Tradition vielleicht nicht gerade ein Pentagramm auf seinem Altar aufbauen. Zudem gibt es Hexen, die der Meinung sind, dass es so oder so alles nur Hilfsmittel wären und man anstreben sollte die „Magie der leeren Hand“ praktizieren zu können. (Also praktisch alleinig mit dem Geist Dinge zu bewegen etc. ohne weitere Hilfsmittel. Davon sehen aber meist sogar sehr erfahrene Hexen ab, einfach weil sie sich an das arbeiten mit ihren Gegenständen gewöhnt haben und viel positive Energie mit ihnen verbinden.)

Viel Spaß auf deinen Weg deine Gerätschaften zu finden. Ob auf dem Dachboden oder dem Trödelmarkt oder dem Online Verstand.



Licht und Liebe wünsche ich euch.

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