Freitag, 3. April 2015

Totem und Krafttiere

(c) kris krüg

Heute möchte ich euch von dem Thema Totem und Krafttier berichten. Es sind Themen, die gerade bei jungen Hexen immer wieder für Verwirrung sorgen, obwohl sie eigentlich leicht und schnell erklärt sind. Doch kaum ein Thema wird so kontrovers diskutiert bei den Glauben und auch unter ihnen. Kaum jemand wird sich über die richtige Technik einig und einige bezweifeln sowieso, dass man dabei ein objektives Ergebnis bekommt, wenn man es nicht unter Anleitung eines speziell ausgebildeten Schamanen macht. 
Trotzdem möchte ich euch heute hier das Thema ein wenig näher bringen und gleichzeitig euch eine simple - und für mich funktionierende - kleine Methode mitgeben. Vielleicht schreibe ich euch auch noch einmal ein Krafttierritual. Doch nun erstmal viel Spaß! 

"Das Wissen um die spirituelle Beziehung zum gesamten Universum ist ohne Bedeutung, denn Bewusstsein von irgend etwas ist nicht die Wirklichkeit jener Sache. Dass man von der Existenz der Liebe weiß, bedeutet nicht zu lieben."
(Sotsisowah, Seneca)

Was ist eigentlich ein Totem?

Ein Totem ist ein Krafttier, das jeder Mensch von Geburt an in sich trägt. Der Begriff Krafttier ist ein wenig irreführend, da es sich bei diesem „Tier“ auch durchaus um eine Pflanze oder sogar ein Gewässer oder ähnliches handeln kann. Allerdings sind oftmals Tiere die Regel; besonders bei den nativen Kulturen wie den Indianern oder den Völkern der Philippinen.
(c) Angela Marie Henriette
Das Totem beschützt seinen „Träger“, zeichnet ihn in seinen Charaktereigenschaften und oft sogar Talenten aus und führt ihn. Der Mensch ist stark geprägt von seinem Totem und bei den Indianern war es Brauch, dass man sein Totemtier nicht töten darf. Wenn also jemand zum Beispiel als Totem den Lachs hatte, war es ihm untersagt den Lachs zu töten, sonst hätte man ihn getötet oder der Gemeinschaft verstoßen. Nur in seltenen Notsituationen hätte man in dieser Sippe einen Lachs töten dürfen – das hätte aber dann auch nur ein Angehöriger des Totems tun dürfen.
Das Krafttier dagegen ist ein Tier, dass nur für eine kurze Weile unseres Weges bei uns ist und uns seine Kraft überlässt. So kann zb. in einer Situation in der Mut gefordert wird, kurzzeitig ein Löwe dein Krafttier sein, um dir den erforderlichen Mut zu bringen.

Wie bekommt man sein Totem? oder Wie erkennt man es?

(c) Hartwig HKD
Die Indianer – da sie wohl sehr bekannte Vertreter von Ureinwohnern sind – unternahmen oft lange Reisen, fasteten wochenlang oder hielten sich in Schwitzhütten auf. Heute doch ein wenig unvorteilhaft und vielleicht sogar gefährlich für Wohlstandmenschen wie uns. Allerdings gab es auch eine wesentlich einfachere und leichter umzusetzende Art um sein Totem zu erkennen oder sogar erst zu finden.
Das Träumen.
Denn besonders oft soll sich ein Totemtier im Traum offenbaren – und keine Sorge, wer es sieht, wird es schon erkennen. Ebenso kann es aber auch vorkommen, dass einen das Tier in seiner körperlichen Gestalt erscheint. Deswegen gab es mal die Anleitung auf einer Seite für Schamanismusstudenten eine Nacht in freier Natur zu verbringen und das Tier, dass ihnen am nächsten Morgen zuerst begegnete, sollte ihr Totem sein. Wenn ich da mal überlege, dass mein Totem der Wolf ist und der hier oben bei mir noch nicht angekommen ist und bei meiner kleinen Städtchen wohl auch nicht ankommen wird, wäre das wohl eher schwerer möglich!

Vor welche Aufgaben stellt mich mein Totemtier?

(c) Pixabay
Kein Haustier ohne Arbeit, nicht? *lächel* Denn auch dein Totem möchte, dass du dich um ihn kümmerst. Aber bekomme keine Panik, du musst dazu nicht in den nächsten Zoo gehen und für das Wohlergehen des Gespensterschrecken kämpfen. (Wünschenswert wäre es trotzdem!) In vielen Schamanismuskursen lernt man spezielle Tänze für das Totemtier – also ich kann keinen davon – was es angeblich genießen soll und die Verbindung fördern und erhalten soll. Ich habe von einem Verfechter der Totemtiere eine wesentlich schönere Variante gelesen – Tu wonach dir ist! Fördere das Tier auf seinen individuellem Gebiet! Geh laufen, geh schwimmen, sonne dich ein wenig – dein inneres Tier wird dich schon wissen lassen, was gut für es ist und wo es sich gerne aufhält.
Ich bin zum Beispiel sehr unsportlich, doch treibt meiner innere Wölfin mich immer wieder in den Wald. Es reichte völlig, wenn ich einfach ein wenig spazieren war und gar nichts weiter tat. Blieb es aber aus, so war ich abgespannt, unruhig, aggressiv und wohl nicht gerade eine angenehme Zeitgenossin. Eben wie eine gefangene Wölfin!
Ich würde dir auch raten, die Aufgaben an dein Totemtier so gut es dir möglich ist zu erfüllen und darauf zu hören, was es dir sagt. Denn – diese Ansicht gibt es – es soll möglich sein, sein Totemtier zu verlieren. Das Tier wendet sich bei mangelnder Pflege von dem Menschen ab und kehrt nur im überaus seltenen Fall erneut zurück. Ein Mensch, der seines Totems beraubt ist, fühlt sich kraft- und antriebslos. Außerdem ist er besonders gefährdet, da er keinen Schutz mehr hat und einige alte Kulturen gehen sogar soweit, zu sagen, er könne nach seinem Tod keine Ruhe finden, weil ein Begleiter fehle. Die einzige Chance ist es dann sich ein neues Tier zu suchen – oder besser, sich von ihm finden zu lassen. Diese Aufgabe übernehmen aber oftmals Schamanen – und mal ehrlich, wie häufig sind die hier in Deutschland?

Welchen Nutzen ziehe ich daraus?

Ach, Mensch – stetig sei dein die Frage nach dem Nutzen. Wir sind schon leidgeprüfte Wesen immer so ökonomisch denken zu müssen!
Allerdings weiß ich auch nicht so recht, wie ich dir den Nutzen eines inneren Verständnisses für dein Totem näher bringen soll. Aber ich könnte es ja mal an meinem Beispiel verdeutlichen.
Ich bin mit Hunden aufgewachsen – wie viele aus meiner Familie mütterlicherseits – und habe schon früh eine sehr tiefe Verbindung zu ihnen gespürt. Ich war sehr gerne im Wald unterwegs und striff herum – egal wo ich war, ich fand wieder nach Hause. Meine Familie und meine Freunde sind mir heilig, auch wenn es Zeiten gab, wo ich sie alle in die Hölle wünschte, ich verteidige sie bis zum geht nicht mehr. Und auch unsere Haustiere kamen in den Genuss dieses „Rudeldenkens“.
(c) Pixabay
Anzuerkennen, dass ich einen Wolf in mir trage (da war ich aber schon um einiges älter), hat mir viele Vorteile gebracht. Ich habe viel über mich selbst gelernt und viele meiner Wesenszüge und Handlungen viel eher verstanden. Mir waren viele meiner Gewohnheiten und Hobbys auf einmal viel klarer und es fühlte sich ein wenig an, als hätte ich einen Teil von mir wiedergefunden, der verloren gegangen schien. Heute lebe ich in einem herrlichen Einklang mit meiner inneren Wölfen, die mir sogar ihren Namen anvertraut hat und ich sauge alles über dieses Thema ein, was ich finden kann. Das Geschwisterdenken vieler nativen Kulturen zu der Natur kam in mir plötzlich in einem neuen Licht auf und ich verstand auch viel eher, woher sich der Glauben vieler Menschen auf den Werwolf noch begründete.
Besonders dann, wenn es sich um eine freiwillige Verwandlung handelte...

Merke also:
Ein Totemtier bleibt von deiner Geburt bis zu deinem Tod bei dir. Ein Krafttier begleitet dich nur eine Weile des Weges und verlässt dich dann erneut. Du kannst kleine Rituale dafür benutzen beide zu finden. 

Doch lasst mich doch mal hören. Habt ihr eurer Totemtier schon gefunden? Oder seit ihr noch auf der Suche? Und wie habt ihr es gefunden, wie hat es sich euch offenbart und was ist es für ein Tier? Fühlt ihr euch „zufrieden“ damit?

Bis dahin,
eure Ardijana

P.s: Allen Leuten, die mir jetzt vorwerfen, ich hätte nur einen Wolf als Totemtier, weil er so „cool“ ist, denen sei gesagt: „Ich höre euch gar nicht zu!“ Ich habe mein Totem, weil es mein Totem ist und es ist perfekt so. Egal ob es ein Stinktier wäre oder eben ein Wolf. Jedes Tier hat seine positiven und seine negativen Seiten. Ende!

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Kommentare:

  1. Ein interessanter Post wie ich finde und ich möchte da auch einmal meinen Senf dazu geben.
    Ich wurde bereits von einem Krafttier, einem Hai, besucht, doch im Innersten bin ich einfach immer schon eine Katze. Ich spüre mich Katzen immerzu verbunden und bin selbst auch ein wenig wie sie. Meine innere Katze besucht mich oft in meinen Träumen. Schwarz mit weißen Pfoten und weißem Bauch ist mein Kätzchen dann immer und weicht mir nicht von der Seite.
    Nur eine Frage habe ich: Laut meinem indianischen Sternzeichen wäre mein Totemtier ein Specht... was für mich sehr verwirrend ist. Was ist davon jetzt was? Meine innere Katze begleitet mich schon seit ich denken kann und ein Specht hat mich noch nie besucht, geschweige denn habe ich je an einen gedacht.
    Liebe Grüße, Vicy

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    1. Hallo Vicy,

      Ich weiß genau, wie es dir geht. Dazu sollte aber erwähnt werden, dass - wenn ich richtig informiert bin - das indianische Horoskop genauso eine Erfindung der Neuzeit ist wie das keltische Baumhorosokop.
      Ich würde sagen, vertraue deinen Gefühl - und nicht dem, was irgendwelche Leute sich einmal ausgedacht haben. Du weiß selbst, was richtig und sicher ist. *lächel*

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