Donnerstag, 18. Juni 2015

Round about: Räuchern

(c) Pixabay
Endlich möchte ich euch den Artikel nachreichen, den ich euch schon so lange schuldig bin. Ich war lange weg, doch nun möchte ich euch wieder – wenn vielleicht auch unregelmäßiger – wieder mit wissenswerten für alle magisch begabten Menschen versorgen.
Heute geht es ums räuchern. Und zwar dem verräuchern von Kräutern. Warum wir es tun und welche Möglichkeiten es zum räuchern gibt – und welche ich aus welchen Gründen bevorzuge oder wofür anwenden würde. Habt viel Spaß damit.



Warum räuchern wir überhaupt?

Das Räuchern von Kräutern und Blumen hat uralte Tradition und wurde in jeder Form von Spiritualität übernommen – überall auf der Welt. Die Christen kennen es ebenso wie die Anhänge des Voodoo. Vom kleinsten Zipfel Südamerikas bis hin zum äußersten Rand Japans begegnet uns das Räuchern in jeder Form und Auffassung.
Ebenso verhält es sich natürlich mit den Anhängern magischer Strömungen. Auch wenn gewisse Anhänger dieser Strömungen gerne damit prahlen, dass sie alleine das Räuchern neu zum spirituellen Arbeiten entdeckt haben, sehen wir ja schon an meinem ersten Satz, dass das nicht stimmt. Sogar die Motive des Räucherns sind bei bei magisch begabten und arbeitenden Menschen oftmals die Gleichen wie bei den großen etablierten Religionen.
(c) Unbekannt

Räuchern kann aus mehreren Gründen stattfinden. Wir können räuchern um einer spirituellen Wesenheit eine stoffliche Brücke in unsere Welt zu erschaffen – dann wäre eine große Rauchentwicklung von Vorteil. Wir können räuchern um uns selbst bzw. andere Teilnehmer in einen tiefen besinnlichen (fast tranceartigen) Zustand zu versetzen und uns damit besser für die Magie zu öffnen. Wir können aber auch räuchern um den Rauch als Opfer da zu bringen. Zum Beispiel indem wir damit Gegenstände weihen oder Wesenheiten dafür danken, dass sie uns geholfen haben/ihre Kräfte zur Verfügung gestellt haben.

Doch womit räuchere ich nun am Besten?

Nun, es gibt kein Patentrezept womit du am Besten räucherst. Diese Entscheidung ist ebenso von deiner Persönlichkeit, wie auch von dem Motiv der Räucherung abhängig. Doch ich kann dir hier einige Möglichkeiten aufzeigen und dir erklären, womit ich wieso und wann am Besten arbeite.

Das Duftöl:
(c) Pixabay
Mit Duftölen arbeiten ist nicht besonders schwer und sie sind praktisch überall zu bekommen. In vielen Haushalten sind sie eh schon vorhanden und es gibt sie in vielen Ausführungen. Am meisten empfohlen werden immer naturreine Öle, da diese am schönsten riechen sollen. (Ich persönlich kann dazu nichts sagen und denke mir, dass wenn das Öl für dich angenehm und gut riecht, du dabei auch bleiben kannst.)

Auftragen kann man diese Öle auf Duftlampen (gibt es mit Glühbirne oder Teelicht), Duftsteine oder auch Kleidung und Kissen. Das macht ihren Einsatz sehr vielfältig. Ich habe eine Duftöllampe auf dem Altar stehen (sie ist schrecklich kitschig) und ich benutze sie gerne für alltägliche Rituale. Wenn ich zb. Karten lege oder einfach nur mal fünf Minuten in mich gehen möchte, dann ist das Duftöl meist meine erste Wahl, da es einfach und unkompliziert ist.

Das Räucherstäbchen:
(c) Uwe Schubert
Räucherstäbchen sind eine überaus bekannte Art des Räucherns. Ich persönlich muss dann sehr schnell an buddhistische Tempel denken, wo die Gläubigen mit dem Rauch der Stäbchen ihren Ahnen huldigen. Gerade für Anfänger sind sie eine schöne Möglichkeit, wenn ihnen nicht nur der Duft sondern auch Rauch wichtig sind. Alles was man benötigt ist ein geeignetes Gefäß (ein Räucherstäbchenhalter oder zb. Auch ein Blumentopf mit Erde/Sand) und ein Feuerzeug.
Einfach anzünden und fertig.

Allerdings gibt es auch hier unfassbare Qualitätsunterschiede in den Stäbchen. Ich würde euch ja gerne eine Empfehlung aussprechen, aber ich fürchte es bleibt nur ausprobieren, welche Stäbchen euch liegen. Der Vorteil an Räucherstäbchen ist zudem, dass es sich auch ohne Duft gibt und man sie dann mit Ölen selber parfümieren kann.

Das Räucherstövchen:
Das Räucherstövchen ist die erste Wahl für jeden, der gerne mit Feuer arbeitet. Die Handhabung ist denkbar einfach. Das Stövchen funktioniert in den meisten Fällen genauso wie ein Duftölhalter, bei dem die Schüssel durch ein Sieb ersetzt wurde. Unter diesem Sieb wird ein Teelicht entzündet und und die Kräuter werden hinein gelegt.

(Achtung: Kurze Anmerkung!
(c) Unbekannt
Viele, die mit Kräutern räuchern empfehlen auf das richtige Mischverhältnis zu achten. Das soll in den meisten Fällen aus einem Teil Harz (Als Duftträger) und zwei Teilen Kräuter/Blumen bestehen.)

Ich persönlich habe noch nie mit einen Stövchen gearbeitet, aber es wäre eigentlich als Alternative zur Holzkohle vorzuziehen. Es gibt schöne Do – it – yourself – Anleitungen im Netz, wie man sich ein Stövchen basteln kann. Vielleicht tue ich das auch wirklich mal, weil im Handel können dir schon mal wirklich teuer werden.
Zudem gibt es schöne Aromalampen für Duftöle, bei denen man die Schale entfernen und zb. Durch ein Sieb austauschen kann. So hätte man beide Möglichkeiten in einem – je nach Lust und Laune. Ich persönlich würde das Räuchern mit frischen Kräutern nicht als anfängertauglich empfehlen. Es bedarf einiges an Übung um die Kräuter richtig zu dosieren und so aufzulegen, dass sie nicht verbrennen. Zudem sind sie (wenn nicht selbst gesammelt) sehr teuer und daher sollte man sich sicher sein, dass man sie auch verwendet, wenn man sie kauft.

Mit Holzkohle:
Meine liebste Art zu räuchern, da die Rauchentwicklung enorm ist und es etwas sehr...altertümliches hat. Räucherkohle könnt ihr natürlich im Esoterikversand bestellen, doch am Besten kauft ihr einfach Sishakohle. Sie kostet gut fünf Euro in den meisten Fällen und enthält eine ganze Reihe Tabletten, mit denen ihr sicher erstmal gut hinkommt. Allerdings enthält diese Kohle oft Salpeter, damit sie besser anbrennt. Wem das zu übel riecht, kann auf Kohle ohne Salpeter umsteigen.
Diese ist allerdings teurer und brauch noch länger zum durchbrennen.
(c) Ardijana

Zum Räuchern mit diesem System braucht ihr ein Gefäß, das Hitze aushält, ein wenig Sand oder Erde und natürlich die Kohle. Sobald die Kohle durchgebrannt ist, legt sie auf den Sand und dann könnt ihr die Räuchermischung darauf/bzw. Daneben streuen.
Allerdings stellt euch drauf ein, dass die Kohle sehr lange zum durchbrennen braucht. Denn Shishakohle ist erst gut zum auflegen von Kräutern, wenn sie gänzlich weiß ist und praktisch fast zerfällt. Ich persönlich habe noch kein gutes System gefunden, wie die Kohle gut durchbrennt.
Wegen diesem großen Aufwand benutze ich Räucherkohle auch praktisch nur, wenn ich wirklich viel Rauch brauche – zb. Bei Reinigungen von Orten, Weihungen oder auch bei großen Opfern. Meiner Meinung nach ist das Räuchern mit Räucherkohle nichts für den alltäglichen Gebrauch – es sei denn, ihr könnt euch beliebig viel Zeit zum räuchern nehmen.

Das Räuchern mit Kräuterbündeln
(c) Alles Banane
Kaum etwas verbinden wir dermaßen mit Schamanismus, wie das räuchern mit Räucherbündeln. Ganz besonders oft wird ein solches Bündel aus weißem Salbei zur Hausräucherung verkauft. Es ist in praktisch fast jedem Esoterikshop erhältlich – lässt sich aber auch sehr leicht selbst herstellen. Alles, was man dafür benötigt, sind lange getrocknete Kräuter und am Besten Schnüre aus reiner Wolle. (Bitte nichts mit Plastikanteil, da es beim verbrennen giftig werden kann.)

Ich habe noch nie mit Bündeln geräuchert, stelle es mir aber sehr schön vor. Es ist sicherlich eine gute Idee, wenn man zb. selber sammelt oder anbaut um lange Kräuter wie Lavendel, Salbei u. ä. zu verwenden. Ich würde euch nicht empfehlen weißen Salbei aus dem Shop zu kaufen, denn ich habe bei seiner räuchernden Wirkung keinen Unterschied zu herkömmlichen Küchensalbei gefunden.

Das richtige Kraut

Wie bereits kurz erwähnt gibt es viele Möglichkeiten mit Kräutern zu räuchern. Doch nun sitzt ihr sicher vor dem PC und fragt euch, woher bekommen, wenn nicht aus dem Esoladen? Ganz einfach!
(c) Andreas Levers
Ich persönlich beziehe meine Räucherkräuter einfach aus der Küche. Salbei, Rosmarin etc. sind Kräuter, die in praktisch jeder Küche benutzt werden. Sie sind abgelagert, getrocknet und in großen Mengen für wenig Geld zu erhalten. Alles gut in den Mörser getan und dann kann man es gut verräuchern. Nur die so oft erwähnten Harze habe ich leider noch nicht außerhalb des Ladens gefunden. Da man davon aber nie viel braucht, könnte man einmal in den sauren Apfel beißen und hat dann eine ganze Weile Ruhe. Aber vorher guckt ihr euch am Besten in Ruhe im Netz um und vergleicht Preise und Qualitäten.

In diesem Sinne wünsche ich euch viel Spaß dabei eure Räuchermethode zu finden und auszuprobieren. Ich hoffe natürlich erfolgreich und bitte, wenn ihr mit Kerzen und Feuer umgeht immer auf die Sicherheit in erster Linie zu achten. Ansonsten freue ich mich darauf, welche Ideen ihr sonst noch fürs Räuchern habt oder welche eure liebste Art zu räuchern ist!
Wie immer: In den Kommentaren!


Bis dann, eure Ardijana

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