Dienstag, 18. August 2015

Gruppenarbeit oder Einzelarbeit - Teil 1

Hey, liebe Leser

ich habe meinen Artikel über die Arbeit als Einzelhexe oder in der Gruppe ja bereits angekündigt und wollte euch nun nicht all zu lange warten lassen. Vorab sei nochmals und in aller Deutlichkeit erwähnt, dass es alleine meine Einstellung ist und ich nichts und niemanden schlecht machen möchte. Jeder muss seinen Weg finden und ich kann nur meine Erfahrungen wiedergeben.
Danke.

Meine Übersichtstabelle habt ihr ja schon gesehen und vielleicht sollte ich kurz mal anschneiden, wieso ich mich dazu entschlossen habe darüber einen Artikel für euch zu schreiben. Und zwar kommt – gerade bei jungen Hexen – diese Frage wohl sehr häufig auf. Auch ich habe sie mir in meiner Anfangszeit gestellt – aber sehr schnell sehr gründlich für mich entschieden, dass ich eine alleine arbeitende Hexe bin. Ein Zirkel wäre mir zu elitär. Ich mag meine Freiheit und meine Unabhängigkeit.
Doch ich wollte jungen Hexen, die an der selben Entscheidung stehen, mit diesem Artikel und der Tabelle (siehe hier) helfen einen bessern Überblick zu finden und damit eine fundierter Entscheidung zu treffen. Denn weder die eine noch die andere Seite ist immer so heiter und fröhlich einfach wie ihre Anhänger sie gerne darstellen.


Die positiven Seiten der Gruppe – die negativen Seiten der Einzelarbeit
(c) Wikipedia
Fangen wir doch am Besten ganz vorne an und zwar mit den positiven Seiten der Gruppenarbeit und den daraus folgenden negativen Seiten der Einzelarbeit. Der wohl größte Grund warum Menschen sich in Gruppen zusammentun ist – Sicherheit. In einem Zirkel habt ihr die Sicherheit Leute zu haben, die das vermutlich schon eine lange Zeit machen, die man fragen kann und die einem Rückhalt geben, wenn man beschließt sich damit zu „outen“. Daraus ergibt sich ja schon alleine logischerweise, dass dieser Rückhalt bei einem Einzelpraktizierenden nicht so gegeben ist. Die Arbeit alleine kann sehr einsam sein und auch verunsichernd, da man keinen direkten Ansprechpartner hat, wenn etwas schief geht. Zwar versuchen viele Hexen dieses über Stammtische oder Gruppen in sozialen Medien auszugleichen, doch kommt es gerade für einen Anfänger nicht immer auf dasselbe hinaus.

(c) Wikipedia
Die meisten größeren und schon länger bestehenden Zirkel „hüten“ auch ihr geheimes Wissen. Selbst entwickelte Rituale finden praktisch nie ihren Weg außerhalb einer Gruppe und so kann man nur als Eingeweihter Zugang bekommen. Ebenso sind diese Mitglieder oft sehr verschwiegen, was ihr Wissen über magische Dinge im Allgemeinen angeht. Daher kann man von ihnen viele Informationen und Hinweise bekommen, die man alleine niemals herausgefunden hätte. Niemals lernt es sich schließlich so leicht, wie aus den Fehler von Anderen.
Und auch hier ergibt sich schon ein logischer Nachteil der Einzelarbeit – man ist alleine. Es ist niemand da, der dir helfen kann, wenn du in einer Sackgasse steckst mit deiner Arbeit. Der ein „magisches Missgeschick“ beseitigen kann, wenn du etwas wirklich falsch gemacht hast. Alles an Wissen und Fähigkeiten musst du dir ganz alleine aneignen und wirst damit früher oder später vermutlich stark an die Grenzen herkömmlicher Bücherläden stoßen.

Für den Anfängern auch oft sehr entscheidend sich für eine Gruppe zu entschließen sind die guten Quellen für das beziehen von magischen Utensilien. Oftmals kann man sie sogar direkt von der Gruppe leihen bzw. von Mitgliedern günstig erwerben. In einigen Zirkeln ist es auch noch Gang und Gebe, dass die magischen Utensilien selbst gefertigt werden. Was gerade den Geldbeutel des Anfängers schont, der gerne den Überblick verliert und sich in
(c) Jesse Draper
voller Euphorie die teuersten Gegenstände aus dem Esoterikversand bestellt.
Einzelarbeitende gehen oft schmerzvoll (mit großem Geldverlust) durch diese Erfahrung. Natürlich ist niemand je ganz davor gefeilt Unmengen von Geld in eine „von einer Hohepriesterin des dritten Grades in einer Vollmondnacht handgeschmiedeten Athame“ zu stecken und sich am nächsten Morgen dafür zu ohrfeigen. Allerdings steht den meisten Einzelpraktizierenden niemand zur Seite um sich am Anfang vor solchen Ausgaben zu warnen bzw. ihnen einfachere und kostengünstigere Wege aufzuzeichnen. Und so bleibt nur der harte Weg des Irrtums übrig.

Natürlich gibt es noch den ganz großen magischen Vorteil einer Gruppe – magisches Feeling!
Wenn du in einer Gruppe bist, deren magischen Schwingungen mit deinen gut harmonieren, dann kann ein Ritual unfassbar kraftvoll und bewegend sein. Ein Fest geradezu berauschend und eine Meditation zum versinken. Viel mehr, als du es alleine (gerade als Anfänger) vielleicht jemals hinbekommen würdest. Vermutlich fühlst du dich nach einem Ritual auch dann nicht ganz so schwach und fertig, da in einer Gruppe ja ein sehr viel größerer Rahmen magischer Kräfte zur Verfügung steht. Denn oftmals werden gerade Fest gemeinsam in einer Gruppe gefeiert – aber auch gemeinsam ausgeübte Rituale finden statt. Zudem hat man – gerade als Neuling – dann die Ruhe sich um nichts kümmern zu müssen. Alles Organisatorische bleibt an anderen Mitgliedern hängen.
Wenn du es vorziehst alleine zu arbeiten kommt schon mal der große Punkt, dass du auch alles alleine organisieren musst. Alleinig du bist dafür verantwortlich, dass du einen schönen Ritualplatz hast; dass alle Gegenstände da sind; dass alle rechtlichen Dinge geklärt sind; dass du ungestört bleibst etc. Niemand nimmt dir etwas ab. Niemanden kannst du fragen, bei niemanden leihen und du musst alles alleine bezahlen. Gerade bei Hexen mit wenig Geld kommen ihre großen Vorstellungen vom sagenhaften Ritual dann leicht ins Schwanken.
(c) Wikipedia
Öfter hört man auch Anfänger klagen, dass die Energien nicht richtig gekommen sind. Es war kein „Feeling“ da. Naja, du bist ja auch nicht aufgestanden und losgelaufen. Und genauso muss man lernen die Energien zuzulassen, zu fühlen und auch richtig zu kanalisieren. Für einen Anfänger eine schwere Arbeit und oftmals braucht es viele Anläufe, bis eine Hexe soweit ist, dass sie wirklich sagt: „Jetzt. Jetzt habe ich es geschafft und habe die richtigen Energien gespürt.“


Und auf diesem Weg ernüchtern viele Hexen und geben auf. Durch eine dich unterstützende Gruppe könnte es sein, dass du eher dabei bleibst und aus einem gewissen „Gruppenzwang“ heraus die Arbeit damit nie wirklich einstellst, nur weil dir gerade „die Lust“ dazu fehlt. So haben Hexengruppen schon so manchen Anfänger auf dem Weg gehalten.

Gut.
In Teil 2 wollen wir uns dann mit den Vorzügen der Einzelarbeit beschäftigen und welche Nachteile für die Gruppenarbeit sich daraus ergeben. Freue mich auf euch!
Ach ja. Und wer noch Anregungen, Widersprüche oder Wünsche hat – einfach in die Kommentare. Antwort folgt geschwind!

Lg,
eure Ardijana


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