Montag, 7. September 2015

Herbst - Tag - und - Nacht - Gleiche (Mabon)

(c) Torange-de
Hey, liebe Leser,

es ist mal wieder soweit und ich will euch mit meinem Wissen rund um den Jahreskreis bereichern. (Die übersprungenen Feste reiche ich nach, sobald ich irgend kann, ich bitte um Entschuldigung.) Dieses Mal soll es sich um das letzte große Erntefest der Hexen drehen - Mabon. Oder euch besser bekannt unter dem Namen Erntedank oder Herbst - Tag - und - Nacht - Gleiche. 
Die Welt dreht sich nun sprichwörtlich ins Dunkel - lasst es mich für euch ein wenig beleuchten.

Datum: variierend. (Diesmal der 23. September)
Bei der Orientierung kann eine Tabelle von Wikipedia helfen. 

Die Welt dreht sich nun sprichwörtlich ins Dunkel. Mit der Herbst - Tag - und - Nacht - Gleich feiern wir, wie es der Name schon vermuten lässt, erneut die Gleichheit von Tag und Nacht. Genau wie bei Ostara stehen wir bei diesem Fest erneut an einem sehr starken Änderung des Jahreskreislaufs - nach diesem Fest beginnt der Herbst (übrigens auch für das nicht magische Volk). 
(c) Wikipedia
Für unsere Vorfahren bedeutete der kommende Herbst noch einmal die letzten späten Früchte einzuholen und sich langsam wieder ans häusliche Leben zu gewöhnen. Die Arbeiten auf dem Feld und den Weiden wurden weniger, da die Tage kürzer und die Nächte länger wurden. Es näherte sich mit großen Schritten die Zeit, die man am heimischen Herdfeuer verbrachte. Vermutlich mit vielen Geschichten und handwerklichen Arbeiten. In vielen Gegenden war es üblich, dass nun zb. Besen gebunden werden, wenn der Bauer im Winter sonst nichts zu tun hat. Zudem ging es auf die Zeit zu, wo man abschätzen musste, wie viel seines Viehs man über den Winter bringen konnte - und den überzähligen Rest zu schlachten. Zudem nahmen die handwerklichen Beschäftigungen der Frauen wie Weben, sticken, spinnen und so weiter nun rasch zu. Es galt sich, lange Nächte und harte kalte Tage lang zu beschäftigen. Vermutlich wurden nun auch viele Beeren gesammelt um sie für den Wintern einzukochen und sie so länger haltbar zu machen. 

Der (wiccanische) Namen Mabon geht auf die Kelten zurück. Mabon ist der Sohn der keltischen Göttin Modron. Einigen Aussagen nach, wurde das Fest so genannt, weil sich Herbst - Äquinoktium zu technisch anhörte. Da aber nicht jeder aus dem magischen Volk damit einverstanden war, entstanden auch noch unzählige andere Bezeichnungen für dieses Fest, so zb. Alban Elved. 
Die Ähnlichkeiten dieses Festes mit dem christlichen Erntedank kann der aufmerksame Leser sich sicher schon erklären. Wie viele Feste, fußt das christliche Erntedank auch hier auf alten Bauernbräuchen und heidnischen Festlichkeiten.

Wie schmückt man Haus und Altar für dieses Fest?

Und wie immer stellt sich die Frage: "Wie verleihe ich meinem Haus den nötigen Charme für diese Jahreszeit?" bzw. "Wie gestalte ich meinen Altar ansprechend an dieses Fest?". Und wie immer habe ich - bescheiden wie ich bin - die passende Antwort für euch: Mit Gefühl!
Eigentlich ist es doch nicht so schwer, oder doch? 
(c) Colleen
Wenn du an Herbst denkst, woran denkst du dann? Denkst du nicht ebenso wie ich, an Pilze, die aus dem Boden sprießen? Rote, gelbe und braune Blätter, die die Feldwege säumen? Kleine Igel, die sich raschelnd ihren Platz suchen? Rote Eichhörnchen, die von Baum zu Baum flitzen? Die ersten saftigen Brombeeren? Die großartige Spätlese aus dem benachbarten Weindorf? Ein prasselndes Lagerfeuer? 

Siehst du? 
Und schon hast du passende Inspiration für dein Haus und deinen Altar. Die typischen Herbstfarben dürfen ruhig überall vertreten sein. Schöne Tischdecken oder Servierten in Orange, Rot und Gelb peppen jedes Haus auf. Schöne Figuren von Igeln, Eichhörnchen und ähnlichen Waldtieren erfreuen nun gerne das Auge - und sind schnell als einfache Dekofiguren abgetan, obwohl sie für dich auf deinem "Altar" vielleicht eine tiefe Bedeutung haben. Auf jeden Fall beginnt die Zeit der Kerzen! Durch die frühe Dunkelheit kommen sie jetzt richtig gut zur Geltung und deswegen solltest du nicht mit ihnen geizen. Schöne Laternen, die von einem Teelicht beleuchtet werden zaubern nun das richtige Feeling für Geschichten und warmen Kakao. 
Aber auch die Gaben des Waldes darfst du auf deinem Altar und in deinem Haus verbauen. Ein paar schöne Herbstblätter, getrocknet oder in Wachs getaucht geben eine wunderschöne Deko ab und sind auch einfach zu beschaffen. Auch Tannenzapfen und Kastanien erfreuen sich immer große Beliebtheit beim sammeln im Wald. Oder wie wäre es mit einer Schale selbstgepflückter Brombeeren als Opfergabe an die Götter? Dazu einen schönen Schluck Rotwein aus der Region? (Wenn denn möglich). 

Welche Lebensmittel gehören zu diesem Fest?

Dem habe ich ja schon fast ein wenig vorgegriffen in meiner Ausführung darüber, wie du deinen Altar und dein Haus schmücken kannst. Wenn wir an den Herbst denken, dann haben wir doch augenblicklich bestimmte Lebensmittel im Kopf. Zum Beispiel Pilze - gerade im Herbst freut sich das Herz des Pilzfreundes. Mein Mann und ich haben schon letztes Jahr mit dem Sammeln begonnen und schöne Funde gemacht (hoffentlich bleiben sie dieses Jahr nicht aus). Doch auch, wer nicht stundenlang durch den Wald streifen möchte, findet nun ein breites Angebot an Pilzen im Sortiment der Supermärkte und Lebensmittelläden, so das sich das Pilzfeeling in einer schönen Suppe, Soße oder ähnlichen Varianten gut ins Haus holen lässt.
(c) Faith Goble
Doch es ist nun auch die Zeit der Beeren. Gerade der Brombeeren, die mir als Septemberkind immer ganz besonders das Herz erfreut haben. Aber auch viele sonstige Beeren werden nun endlich reif - zb. die Johannesbeeren. Marmelade wird nun das Must - Have des Herbstes. Aber auch Geelee, Pudding, Beerenkuchen oder ähnliche Dinge sind nun genau das, was auf den Tisch kommen sollte.
Ebenso auch Beerensäfte oder Weine. Zudem sind auch Trauben nun absolut im Kommen, zumindest jene, aus denen Wein gemacht wird. Wenn das mal kein guter Grund ist, mal wieder eine Flasche zu öffnen und was fürs Herz zu tun? 

Wenn wir nun zb. den Traditionen des amerikanischen Thanksgiving folgen, dann gehört auch Fleisch dazu. Gerade Wild wird im Herbst bevorzugt verzerrt und gehört bei vielen Familien fest zum Sonntagsessen in dieser Jahreszeit. Zusammen mit Pilzen und Beeren lässt sich ein wirklich herbstliches Menü zaubern - auch wenn das Wetter es vielleicht nicht so traumhaft meint. 
Natürlich dürfen Äpfel und Nüsse nicht unerwähnt bleiben.

Welche Gottheiten feiert man an diesem Fest?

Nun ist die Zeit des Dankes gekommen und der Ernte. Wir danken den Göttern und Wesenheiten mit denen wir gearbeitet haben für ihre Hilfe und alles Gute und Schöne, was wir in diesem Jahr erfahren durften und noch erfahren werden. Aber auch den Menschen, die uns begleitet haben. 
Verehrt werden können nun besonders alle Erntegötter; aber auch Götter des Wildes, des Ackerbaus und natürlich auch des Weines oder der Früchte. Sie finden in dieser schönen Konstellation Herbst alle ihren Platz. Und weil ich finde, dass es doch einige geworden sind, möchte ich sie euch einfach als Liste anfügen. Natürlich gibt es noch viel mehr und wenn man lange genug sucht, findet man auch sicher im eigenen Pantheon eine zuständige Gottheit:

(c) Ardijana
Janus - römisch (zweigesichtiger Gott von Anfang und Ende)
Demeter - griechisch/Ceres - römisch
Freya - germanisch (In Funktion Ackergottheit und Feldfrüchte)
Mabon - keltisch
Abnoba - Schutzherrin des Wilds im Wald
Consus - römisch (Gott der Ernte)
Dionysus  - griechisch (Gott des Weines)

Für die Wicca finde ich die Zeit schwer einzuorden. Ich persönlich würde sie am ehesten mit der Schwangerschaft der großen Göttin gleichsetzen. Immerhin stirbt der Gott nun sehr bald und in meiner Vorstellung wäre die Göttin bis zu seinem Tod bereits Schwanger - und dafür wäre der Herbst die perfekte Zeit. Immerhin ernten wir nun auch die Früchte des Sommers. Zudem beginnt nun auch bald erneut die Paarungszeit für viele Wildtiere. Doch da ich im Wicca nicht besonders bewandert bin, möchte ich mir weitere Mutmaßungen schenken.

Welche Rituale führt man an diesem Tag aus?

Die allseits große Frage danach, welche Rituale für einen solchen Tag geeignet sind. Ganz oben steht - ihr könnt es euch sicher denken - die Dankrituale. Einfach einmal an die Götter, die Wesenheiten, die Natur und die Umwelt im allgemeinen (auch die Menschen) uneigennützig etwas zurückgeben. Eure heimische Natur, eure Götter und Wesenheiten, aber auch sicher einige Menschen haben euch geholfen und unterstützt auf euren Weg dieses Jahr - und besser als Mabon wäre wohl kaum ein Fest geeignet um einfach mal ein großes Opfer zu bringen. (Aufs Opfern gehe ich in einem anderen Artikel noch ein).

Zudem ist es auch eine gute Zeit um noch einmal Rückschau zu halten. Wie habe ich mich entwickelt, was habe ich erreicht und bin ich mit meinen Erfolgen zufrieden? Wo möchte ich mich verbessern etc. Es ist die Zeit der geistigen Ernte, ebenso wie der spirituellen oder körperlichen. 
(c) Pixabay
Es ist aber auch eine wunderschöne Zeit um sich mit der Natur zu verbinden und aus ihrer sanften Kraft zu schöpfen. Gerade Zauber, die sich um Kinder drehen und vielleicht nicht so schöne Motive haben (zb. die Bitte um Kraft für ein krankes Kind) sollte in diese so mütterliche Phase fallen und kann - meiner Meinung nach - gut an diesem Festtag durchgeführt werden.

Aber auch Rituale mit bitte um innere Ruhe können nun helfen. Wenn der Stress zu viel wird oder sich Krankheiten, die erschöpfungbedingt sind, ausbreiten, kann ein Ritual für innere Ruhe und Gelassenheit sehr gut hilfreich sein. Das kann auch schon eine kleine Meditation im Garten sein oder ein ruhiger ausgelassener Waldspaziergang. 

Pagan Parenting - Tipp:

Ich als Septemberkind muss ja mal von meinen wunderschönen Erinnerungen an den Herbst schwärmen...damals, als Herbst noch Herbst war. Mit bunten, raschelnden Blättern, Eichhörnchen und Igeln. 
Kaum eine Jahreszeit übt auf Kinder eine solche Anziehungskraft aus, wie der Herbst. Er ist perfekt um die jedem Kind innewohnende Neugierde zu fördern; denn unter dem Laub und beim Waldspaziergang gibt es immer irgendetwas zu entdecken. Rehe, Igel, Eichhörnchen, Eulen - sie alle erfüllen den Wald nun mit einem schauderhaften, aber auch sanftmütigem Leben und können auch uns Erwachsenen ein wenig Ruhe schenken. 
Doch nicht nur Ruhe, findet man im Herbst. Wer mit seinen Kindern mal wieder ganz dicht an die Natur möchte, der geht Pilze sammeln, Beeren und Kastanien. Das bietet auch gleich noch ausreichend Bewegung vor der Dunkelheit und gute Beschäftigungsmöglichkeiten für zu Hause. Marmelade einkochen, eigenen Saft herstellen, Muffins backen - oder die so beliebten Kastanienmännchen. Oder Herbstblätter pressen. 
Das macht nicht nur Groß und Klein Spaß, sondern bietet auch perfekte Dekomöglichkeiten für unauffälliges magisches Ambiente in der Wohnung. 
Doch auch das Bekleben von alten Gläsern, damit sie schönes Herbstlicht werfen als Windlichter erfreut immer die Gemüter und bietet kreativen Ausgleich. Zudem freuen sich die Kinder sicher, wenn ihre Laternen am Ende um die Wette strahlen.

Der Herbst ist aber - zusammen mit dem Winter - auch die perfekte Zeit für heiße Schokolade und lange Geschichten. Lies deinen Kindern vor, vorzugsweise zum Beispiel alte Märchen oder magische Kinderlektüre. Erzähle und erfinde mit ihnen Geschichten rund um den Herbst und die Götter, die du feierst. Sicher werden sie gebannt lauschen. Vielleicht bekommen sie sogar selbst Lust ein kleines Opfer an die Waldgeister, Feen, Kobolde, Trolle oder ähnliche zu bringen.....

So.
Und das war es dann mal wieder von eurer Ardijana. Hoffe, meine Tipps und Anregungen helfen euch weiter, damit ihr ein bezauberndes Fest begehen könnt. Wie immer würde ich mich über Kommentare freuen, ob ich noch Dinge vergessen habe oder wie ihr eure bisherigen Herbstfeste so begangen habt. Vielleicht sind ja noch interessante Anregungen für andere Hexen/Hexer dabei. 

Liebe Grüße mit dem Herbstwind,
eure Ardijana 

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