Dienstag, 1. September 2015

Ettikette für Gruppenrituale

Hallo, liebe Hexen und Hexer

heute möchte ich euch von einem Thema berichten, dass mir am Herzen liegt. Denn auch, wenn man sich so wie ich entschlossen hat alleine zu arbeiten, kann es einen treffen. Und wenn man beschlossen hat sich einer schon bestehenden Gruppen anzuschließen, dann trifft es einen sogar garantiert – dass man an einem geleiteten Gruppenritual teilnimmt.
Leider beobachtet man in unserer schnelllebigen Welt, dass gewisse Umgangsformen verloren gehen. Meiner Meinung nach eine Schande und daher halte ich es für notwendig einen kurzen Leitfaden anzubieten, wie ich mir wünschen würde, Menschen sich bei meinem Ritual verhalten würden. Wer weiß – vielleicht braucht ihr es mal, wenn ihr in die Verlegenheit kommt.
Viel Spaß beim Lesen.


Punkt 1: Fragen

(c) Wikipedia
Noch bevor ihr ernsthaft mit dem Gedanken spielt an dem Ritual teilzunehmen, solltet ihr folgendes tun: Fragt den Einladenden ein Loch in den Bauch. Fragt ihn einfach alles, was euch einfällt. Wie wird sich das Ritual im Groben gestalten? Was wird von mir als Teilnehmer erwartet? Welche Götter werden angesprochen werden? Was wäre angemessene Kleidung? Ein gutes Mitbringsel? Wann, wo und mit wem wird das Ritual stattfinden? Sind diese Leute vertrauenswürdig? Und so weiter.

Je mehr ihr über das bevorstehende Ritual und die Gruppe wisst, mit der ihr interagieren sollt, desto besser könnt ihr abwägen, ob ihr wirklich teilnehmen wollt. Denn an einem geleiteten Ritual teilzunehmen nur mit der Einstellung, dass es ja lustig werden könnte, obwohl ihr mit irgendeinem Punkt nicht übereinstimmt, würde die Energien stören und das Ritual damit für alle ruinieren. Daher holt euch Informationen und trefft eine erwachsene Entscheidung.

Punkt 2: Angemessene Kleidung

(c) Ali Eminov
Vielleicht nur ein kleiner Punkt, aber gerade in unserer heutigen Zeit mit vielen verschiedenen Ausdrucksweisen an Kleidung sehr wichtig wie ich finde. Wenn ihr Punkt 1 befolgt habt, dann hat man euch mitgeteilt was an Kleidung erwartet wird – oder eben nicht. Es wären schlechte Manieren bei einem Ritual, dass man skydressed (nackt) durchführt seine Kleidung anbehalten zu wollen. Ebenso wäre es nicht freundlich, wenn man euch sagte, dass man rote Kleidung zu dem Fruchtbarkeitsritual erwartet, ihr nur als Ausdruck eurer Individualität in Schwarz erscheint.
Es ist ja lobenswert, dass ihr Persönlichkeit habt und diese in euer Kleidung zum Ausdruck bringt – aber ihr seit geladene Gäste einer wichtigen Veranstaltung für die sich viele Personen viel Mühe gegeben haben. Und ebenso, wie es bestimmte Vorschriften gibt, wie man sich auf einer Hochzeit oder Beerdigung kleidet, solltet ihr euch an die Vorschriften der Verantwortlichen halten oder eben nicht erscheinen.


Punkt 3: Das Gastgeschenk

(c) Gülbin Sibka
Die meisten geleiteten Gruppenrituale sind sehr lang und oftmals auch sehr groß. Daher wird man sich freuen, wenn ihr ein kleines Gastgeschenk mitbringt. Das können passende Blumen für den Altar sein, Heilsteine, etwas zu essen oder zu trinken. Praktisch alles, was euch einfällt, was zum Ritual passt, kann mitgebracht werden. Doch auch Kleinigkeiten für hinterher, wenn alle zusammen sitzen und das Ritual nachwirken lassen, erfreuen sich meist großer Beliebtheit. Denn gerade für die Leiter des Rituals kann die Vorbereitungs- und Durchführungsphase sehr viel Stress bedeuten und an ihren Kräften zerren.
Wenn ihr also gut backen könnt, dann freuen sich sicher alle Ritualteilnehmer über einen leckeren Kuchen oder Muffins von euch hinterher. Oder vielleicht ein wenig Musik zur Unterhaltung? Egal was. Solange es passt und euch repräsentiert, könnt ihr fast alles mitbringen.


Punkt 4: Höflich und respektvoll sein

Nichts ist schlimmer, als wenn man sich mit etwas sehr viel Mühe gegeben hat und dann benimmt sich jemand rücksichtslos und zerstört es. Das kann schon das unangemeldete Nicht – erscheinen einer wichtigen Person sein, ebenso aber auch ungefragt mitgebrachte Gäste, falsche Kleidung, das unerlaubte Anfassen von magischen Gegenständen oder Störungen durch laute Zwischenrufe.
Bei einem Ritual dabei zu sein, ist ein wenig wie in die Kirche zu gehen. Sei freundlich, sei höflich und sei still. Berühre nicht irgendwelche Gegenstände auf den Altar oder im magischen Kreis, ohne vorher gefragt zu haben. Bring nicht einfach Freunde mit, die das auch gut finden würden. Der Ritualleiter hat seine Gäste gut durchdacht und du bringst vielleicht alles durcheinander mit deinen Freunden. Das hat er nicht verdient. Ebenso beachte natürlich den Punkt der angemessenen Kleidung.
(c) Isbg Six
Versuche den Ablauf des Rituals nicht wissentlich zu stören. Natürlich wird man – gerade als Neuling – Nachsicht mit dir haben. Aber das ist keine Entschuldigung für mangelnde Manieren. Bitte, Danke, Respekt vor fremden Eigentum und das Wissen, wann es besser ist zu schweigen, haben unsere Eltern uns eigentlich allen mal mitgegben.

Du bist mit etwas nicht einverstanden, was während des Rituals stattfindet und du hattest keine Chance es vorher in Erfahrung zu bringen. Dann versuche ruhig jemanden zu finden, der dir den magischen Kreis öffnet, damit du das Ritual in Frieden verlassen kannst. Auf Zwang zu bleiben, obwohl man mit den Handlungen nicht einverstanden ist, würde nur die Kräfte stören und das Ritual im schlimmsten Falle zum scheitern bringen. Auf jeden Fall wäre es sehr störend für die Atmosphäre – und das möchtest du doch niemanden antun, oder?

Punkt 5: Fragen nur nach dem Ritual

(c) Wikipedia
Oben habe ich erwähnt, dass du dich gut informieren sollst, bevor du ein Ritual antrittst. Trotzdem kann es passieren, dass während des Rituals Fragen auftauchen. Wenn du etwas nicht verstehst, dann behalte es für dich. Störe nicht durch Anmerkungen oder leises Getuschel mit deinem Nachbarn. Wer weiß, vielleicht hast du gerade seine Meditation durchbrochen und ihn aus dem Erlebnis des Rituals gerissen. Merke dir einfach, was dir unklar war, und frage nach dem Ritual dein Mitglied oder – falls möglich – direkt den Ritualleiter. Unwissend zu sein, ist kein Fehler – absichtlich zu stören schon. Garantiert bleibst du den Leuten negativ im Gedächtnis, wenn mit einem lauten Zwischenruf nicht nur die Atmosphäre verjagst, sondern auch sämtliche aufgebrachte Macht aller Teilnehmer.
Deswegen gehören Fragen, wie bei einem Vortrag, nur an den Anschluss des Rituals. Dann aber auch reichlich. Frage alles, was dir unbekannt war oder merke auch an, was du verändern würdest. Vielleicht ergeben sich interessante Diskussionen aus deinen Ansichten zur Verehrung einer Gottheit oder den verschiedenen Darstellungen der Elemente. Respektiere allerdings Schweigegelübte und versuch nicht jemanden deine Ansichten aufzudrängen. Wenn jemand anders praktiziert als du, dann lass ihn damit glücklich werden. Wer weiß, vielleicht könnt ihr beide voneinander lernen.

Punkt 6: Kein Kommentar

(c) Alberto Ortiz
Punkt Sechs ist überaus wichtig – ja vielleicht sogar der wichtigste Punkt von allen. Denn wenn du von einem Orden zu einem Ritual eingeladen wirst, geht damit einher oftmals die Aufforderung keine Einzelheiten des Rituals an Dritte weiterzugeben. Sollte dies der Fall sein, dann halte dich auch unbedingt daran. Vielleicht mögen die Eindrücke überwältigend und das Ritual so faszinierend und magisch gewesen sein, dass du es gerne aller Welt erzählen möchtest, dass du daran teilhaben durftest. Doch wenn du versprochen hast, von dem Ritual nichts zu erzählen, dann sollte dir deine gute Kinderstube eigentlich auch dazu raten dies nicht zu tun.
Wenn du drüber reden darfst, aber gewisse Einzelheiten nicht erwähnen sollst – dann tu es ruhig. Es ist immer wieder schön zu lesen, wie sich jemand bei einem Ritual von einer Gruppe gefühlt hat. Gleichzeitig kann es diese Gruppe bekannter machen und ihren guten Ruf aufzeigen. Mache dich also auf Anfragen von interessierten Leuten bereit, die mehr über das Ritual und die Gruppe erfahren möchte. Doch schweige zu den Details, die du versprochen hast für dich zu behalten.


Das war es dann auch schon wieder.
Ich hoffe, dass dieser schöne Leitfaden dir helfen wird, wenn du irgendwann mal in diese Verlegenheit kommst. Oder vielleicht hast du noch andere wichtige Punkte, die du dir wünschen würdest, dass die Leute sie befolgen? Oder die du gerne auf der Liste sehen würdest, weil sie dir wichtig sind?
Dann schreib sie doch in die Kommentare!
Ebenso freue ich mich natürlich über eure lustigen, gemeinen und traurigen Erlebnisse mit Gruppenritualen.


Bis dann,

eure Ardijana 

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