Freitag, 23. Oktober 2015

Halloween/Reformationstag (Samhain)

(c) Alejandro Tunon Alonso
"This is Halloween, this is Halloween..."
Der bekannte Klassiker wird zum beliebten Ohrwurm, wenn die Nacht der Nächte näher rückt. In kaum einer Nacht sind Hexen und andere Heiden mit ihren Ritualen so willkommen und aufgenommen wie in der Halloweennacht. Es ranken sich Geschichten und Bräuche um sie herum, doch ich möchte euch heute über das Hexenfest Samhain berichten. Das "magische" Fest hinter dem Faschingsspaß.

Jenes Fest, bei dem die Läden mit allerlei spuckhaften Locken und sich bereits die ersten selbsternannten "Oberhexen" aufregen, dass es eine Verschandelung ihres Glaubens sei. Das Fest, bei dem Tick - or - Treat  zur völkerübergreifender Verständigung beitragen und man sicher in keiner Nacht so viele Hexen auf der Straße gesehen hat....


Datum: 31. Oktober

(c) roadsidepictures
Samhain - das Totenfest. Es trägt überall auf der Welt verschiedene Namen. Halloween, All Hallows Eve, Dias de los muertos, Nach vor Allerheiligen und vielen Weiteren. Es ist ein Tag, an denen den Toten gedacht wird - aber auch ein Tag, an dem der Schleier zwischen der Anderwelt und unserer Welt besonders dünn sein soll. Weswegen Geistwesen und auch Feen und andere Wesenheiten besonders leichten Zugang zu uns finden. Daher werden in dieser Nacht besonders gerne Feuer für die Toten entzündet, Weihgaben auf Friedhöfe gebracht Orakel nach der Zukunft befragt.

Wir kennen alle die wunderschönen Bräuche rund um Halloween herum, wenn es wieder Kürbisse in den Läden gibt und die Kostüme vom Fasching wieder hervorgeholt werden. Die schaurig schöne Jahreszeit beginnt, wo sich sogar Leute, die sonst nichts mit Übersinnlichen am Hut haben, lassen sich zum Aushöhlen von Kürbissen oder dem Schmücken ihrer Häuser mit falschen Spinnweben hinreißen. Und die Kinder ziehen kostümiert und lachend um die Häuser um sich Süßigkeiten zu erbetteln - doch wieso das alles? Was bedeuten diese Bräuche und was tun die Hexen an diesem magischen Fest, an dem jeder das Krippeln fühlt? 

Wie schmückt man Haus und Altar für dieses Fest?

Woran denken wir, wenn wir das Wort Halloween hören? An Geister, Kürbisse und Spinnenweben. Beim Schmuck vom Haus darf man sich mit vollen Händen bei den Läden eindecken und seine Phantasie spielen lassen. Klassisch mit Kürbis vor der Tür? Oder ein lachendes Skelett vom Balkon? Alles ist erlaubt!
Ahnenaltar aus Mexiko
Gerade Kinder können ihre Freude daran finden, wenn in ihrem Zimmer Spinnweben mit im dunkeln leuchtenden Spinnen verziert werden. Oder wie wäre es mit den Aufhängen von bunten gepressten Herbstblättern? 
Teelichter gehören auch überall ins Haus, die Zeit der Kerzen ist angebrochen. In hübschen Haltern erleuchten sie im frühen Dunkel das Haus mit Braun-, Orange- und Gelbtönen. Kleine Figuren Waldtieren laden nicht nur Kinder zum Träumen und Spielen ein; sie geben auch wunderschöne Dekorationsmöglichkeiten ab. 

Dein Altar darf das Klischee an diesem Fest in vollen Umfang erfüllen. Es ist Halloween; die Nacht, in der man seinen spitzen Hut und den sternenbedruckten Umhang hervorholen darf. Ebenso dürfen deshalb auch schwarze und orange Kerzen auf den Altar landen. Skelette, Kürbisse und schwarze Katzen. Gespenstisch und unheimlich darf es sein - aber auch besinnlich und beschaulich.
Vielleicht ein paar Fotos von Verstorbenen? (Auch Haustieren natürlich) oder eine wunderschöne geweihte Kerze für all die Seelen, die bereits gegangen sind? Eine kleine "La Catrina" - Statue kann sowohl einen spukischen Eindruck machen, wie auch ihren Zweck als Personalisierung des Todes und der Ahnen erfüllen. Zudem sind die Figuren wundervoll anzusehen.  
Lebe deine Kindheitsträume vom Hexenaltar an diesem Fest aus und präsentiere dich gespenstisch und dunkel - oder verträumt und vergangenheitsgewandt. Wie es dir gerade gefällt.

Gibt es Lebensmittel, die zu diesem Fest gehören?

Ich denke, kein Lebensmittel bringen wir so mit Halloween in Verbindung wie den Kürbis. Er ist in allen möglichen Variationen vorzufinden. Als Dekoration, als Suppe, als Brot und in Dutzenden anderen Varianten. Und damit haben wir auch schon ein paar wirklich gute Gerichte. Selbstgemachtes Kübiskernbrot oder eine warme Kürbissuppe geben nicht nur eine gute Möglichkeit um das Innenleben eures Kürbis zu verwenden, sie schmecken auch noch und wärmen nach einer langen Trick - or - Treat - Nacht richtig auf. 
(c) Pixabay

Aber auch allerlei Süßigkeiten gehören in diese festliche Nacht des Jahres. Gruselige Cupcakes oder saure Schlangen finden sicher bei jedem Kind gefallen. Ein Schokokuchen mit Zuckergussspinnennetz? Oder wie wäre es mit essbaren Hexenbesen? 
Doch auch die pflanzliche Welt bietet uns eine schöne Naschgelegenheit. So zb. den Granatapfel, den Hades Persephone angeboten hat, damit sie ihm in die Unterwelt folgt. Zudem hat seine rote Farbe eine schöne symbolische Bedeutung für dieses Fest und die kleinen süßen Kerne werden sicher auch von jedem Kind gerne gegessen. 
Zudem gehört auf Wurzelgemüse auf den Speiseplan, da es unsere Verbindung zur Unterwelt repräsentiert. Es kommt von "unter der Erde" - dem Ort, wo sich auch unsere Ahnen befinden. Sie sind ganz besonders gut um in Kontakt mit den Vorfahren zu treten und den "Kopf aus den Wolken"  zu holen. 

Welche Gottheiten feiert man an diesem Fest?

Die in dieser Nacht gefeierten Gottheiten sind traditonell Gottheiten des Todes und der Zeit. Der Unterwelt und werden vom nicht magischen Volk gemeinhin als "böse und dunkle" Gottheiten bezeichnet. Wobei viele Kulturen - wie zb. in Mexiko - ihre Totengöttin geradezu verehren und um ihren Kultus nicht herum zu kommen ist. 
(c) Wikipedia
Gerade Samhain bietet eine Möglichkeit über das oftmals so verschwiegene Thema Tod zu sprechen und sich bewusst zu werden, dass er nichts Schlechtes sein muss. Eine kleine Auswahl an Gottheiten, die du anrufen kannst, möchte ich dir hier vorstellen:

Osiris und Anubis - die ägyptischen Gottheiten der Unterwelt und des Todes
Hades und Persphone - griechische Gottheiten der Unterwelt
Hekate - griechische Göttin der Nekromanie und des Geisterspucks
Baron Samedi - Loa des haiitianischen Voodoo; Herrscher des Totenreichs 
Hel - nordische "Göttin" der Unterwelt; nach ihr ist auch das Totenreich benannt 

Natürlich gibt es noch unfassbar viel mehr und du kannst dieses Fest auch einfach deinen Vorfahren widmen und sie feiern; zb. als römische Lemuren. Oder wieso widmest du dieses Fest nicht mal den Zwergen, die ja traditionell auch unter der Erde leben und damit eine starke Anbindung an die Unterwelt haben?
Setze dir in deiner Verehrung keine Grenzen. 

Welche Rituale führt man an diesem Tag aus?

Die Rituale für Samhain sind ein wenig schwer, da er von jeder Hexe sehr individuell begangen wird. Die meisten bevorzugen an dieser Nacht Rituale um mit den Verstorbenen in Kontakt zu treten. Sie legen Karten, sehen in Kugel oder Wasser, Pendeln oder rücken Gläser. All diese Möglichkeiten können allerdings auch für die Kontaktaufnahme mit anderen Wesen der Anderwelt genutzt werden, um zb. mit Feen zu kommunizieren. 
(c) Wikimedia

(Hier sei ein Wort der Warnung angebracht: Mit Geistern ist nicht zu spielen und zu spaßen. Schützt euch ausreichend und treibt keine doofen Späße. Gläserrücken ist kein Partyspiel - davon zeugen viele arme Seelen, die danach in Behandlung mussten.)

Du kannst aber auch zb. einen Totentopf herrichten. Dafür eignet sich praktisch jedes Gefäß - zb. eine Schüssel, einen Blumentopf oder dein Hexenkessel - und kannst darin Weihgaben für deine Vorfahren verbrennen oder begraben und sie so symbolisch in die andere Welt schicken. Es ist ein Ritual, dass einem viel Trost geben kann und unter Aufsicht auch für Kinder geeignet um zb. den Tod eines geliebten Haustieres besser zu verarbeiten.

Du kannst Samhain aber auch mit einen einfachen Besuch auf dem Friedhof feiern und dich dort mit den Toten unterhalten. Vielleicht freut sich deine Großmutter über einen Besuch von dir oder auch nur mal über schöne neue Blumen. In Mexiko werden an diesem Tag rauschende Feste auf den Friedhöfen abgehalten und somit auch die Toten gnädig gestimmt und zum feiern eingeladen.
In Deutschland kennt man diesen Brauch eher durch einen "Totenteller". Ein mit Gaben gefüllter Teller, der nach draußen gestellt wird um die Seelen zu beruhigen. Genau daher kommt auch das Licht im Kürbis - man glaubte, dass die bösen Seelen sich von den Fratzen erschrecken ließen und daher keinen Schaden anrichten würden. Die guten Seelen aber, würden durch das Licht ihren Weg zu den Häusern ihrer Nachkommen finden und sie belohnen.

Pagan - Parenting - Tipp:

Ich denke nicht, dass ich hierzu noch viel erwähnen muss, oder? Jeder von uns weiß doch noch, wie er Halloween am liebsten begannen hat. Die Kinder, die verkleidet um die Häuser ziehen, sind nichts weiter als Personifizierungen der Ahnengeister und holen sich ihre "Gaben" ab um sie gnädig zu stimmen. Ganz besonderen Spaß macht so was natürlich in der Gruppe - und lässt sich dann auch super in einer großen Halloweenparty mit gruseligen Spielen verbinden.
(c) Pixabay

Aber auch eine eher ruhige Nacht kann ihren Reiz haben. Vielleicht ist es endlich mal an der Zeit mit den Kindern durch alte Fotoalben zu sehen und ihnen von den bereits verstorbenen Verwandten zu erzählen oder ihnen kindgerecht!!! Geschichten aus der Vergangenheit des eigenen Glaubens und der Hexenkunst zu erzählen. Mit einer warmen Tasse Kakao und Tee, bei Kerzenschein in eine warme Decke gewickelt hören sicher auch die Ältesten gebannt zu. 
Zudem lassen sich bei den erwähnten Ritualen Kinder gut mit einbeziehen. Denn Kinder haben ein sehr natürliches Gespür für den Tod und lernen meist erst ihn zu fürchten, durch die Angst ihrer Eltern. Hier können wir Erwachsenen uns ein wenig von ihrer Furchtlosigkeit leiten lassen. 

Auch das beschnitzen oder bemalen von Kürbissen wird ihnen Freude bereiten. Ebenso wie das Dekorieren des Hauses und ihres Zimmers. Man kann, sollten die Kinder Interesse an der Hexenkunst haben, diese magische Nacht auch zum spielerischen Basteln von magischen Werkzeugen nutzen. 

Nun wünsche ich euch aber ein schönes Samhain oder Halloween und hoffe, dass meine Tipps euch ein wenig weiterhelfen. Achja, gruselt euch nicht zu sehr. 
Und wie immer ist die Liste nicht komplett, da es unfassbar viele Möglichkeiten gibt dieses "dunkle" Fest zu feiern und zu begehen. Ihr wisst sicher am Besten, was Tante Erna oder Schnuffel am Liebsten hatten. Lasst euch bei diesem ganz persönlichen Fest am Besten von eurer ganz eigenen Intuition leiten. 

Beste Grüße und schönes Gruseln,
eure Ardijana

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