Freitag, 13. November 2015

Round about: Das Buch der Schatten

(c) Claudia
Meine allerliebsten Leser, 

Das Buch der Schatten.
Was für ein Name. Jeder, der Charmed gesehen hat kennt ihn und wohl kaum eine Serie hat das sagenumwobende Hexenbuch so bekannt gemacht wie Diese. Und obwohl nicht alles stimmig ist, was Charmed über ihr Buch erzählt hat, so stimmen doch einige Dinge und ich möchte euch heute aufzeigen, was das Buch ist und wieso es auch für dich als Hexe brauchbar sein könnte. 


Buch der Schatten: Grundlagen

(c) wikimedia
Das Buch der Schatten bekam seinen Namen angeblich von Gerhard Gardner, dem Begründer der Wicca. Da dieser Name durch Serien wie Charmed oft mit vielen Vorurteilen belastet ist, ziehen es viele Hexen vor ihr Buch die Bezeichnung "Grimoire" zu geben. Wikipedia definiert Grimoire als ein Zauberbuch oder Buch mit magischem Wissen, das seinen Höhepunkt im Spätmittelalter und im 18. Jahrhundert hatte. 
Auch ich selbst ziehe die Bezeichnung Grimoire vor, da sie mir auch weniger kitschig und fantasylastig klingt. 

Der Name "Buch der Schatten" hat im übrigen nichts damit zu tun, dass bösartige und dämonische Zauber darin enthalten sind. Die Hexe füllt es selbst, mit ihren Überzeugungen und Ansichten - viele Hexen erklären den Namen damit, dass Vielen ihr Buch so heilig ist, dass sie nur ausgewählten Personen Einblick verleihen. Damit liegt das Buch oft "im Schatten" - daher soll sich sein Name erklären. 

Was ist das Buch der Schatten?

Vermutlich scheiden sich an keiner Tatsache die Geister so sehr wie daran, was das Buch der Schatten jetzt genau betitelt. Im Grunde ist der Name, dem du diesen Buch gibst, aber relativ. Denn jedes dieser Bücher erfüllt im Endeffekt genau dieselben Aufgaben - es dient als dein schriftliches Gedächtnis und teilweise auch als Tagebuch. 
Am Anfang denkt man sich leicht "Wieso sollte ich das aufschreiben? Steht doch alles in dem Buch!" - aber irgendwann wird man eigene Rituale und Zauber entdecken. Irgendwann wird das durchwühlen von Büchern um die richtige Auslegung zu finden ziemlich Leid. Zudem kann man sich nicht jeden Zauber und jede Bedeutung von jedem Stein, Karte, Pflanze oder Mondkonstellation im Kopf merken. Zumindest sollte es dem Durchschnittsmenschen nicht besonders gut gelingen. 
(c) CreationsMJF

Als ich anfing dachte ich auch, dieses Buch bekommst du doch niemals zu einer stattlichen Größe. Bin vor kurzem noch mal durchgegangen und Wow, hat sich bereits Zeug angesammelt. Nicht alles in meinem bisherigen Buch ist von mir - es sind gerade Grundlagen und Legemotive, Wissenswertes über Pflanzen etc., dass ich aus Büchern und aus dem Internet geholt habe - was aber Zauber und Rituale angeht, so sind sie entweder von mir verfasst oder ich habe sie erfolgreich durchgeführt. 
Und ich habe ein Tagebuch angefügt, wo ich meine Erfahrungen mit der magischen Welt festhalte. Es ist manchmal sehr verblüffend, wie merkwürdig noch alles am Anfang war und wie selbstsicher man mittlerweile seinen Weg geht. 

Dein persönliches Buch der Schatten ist also dein magisches Wesen in Buchstaben gebannt. Alles, was du je wusstest, probiertest oder für gut und passend für deinen Weg befandest steht darin. Einige Hexen geben dieses Buch an ihre Kinder weiter oder an ihre Schüler, wenn sich kein interessiertes Kind findet. Einige halten es aber auch für so persönlich, dass sie es mit sich begraben oder nach ihrem Tod verbrennen lassen. Immerhin ist es ein Spiegel deiner Seele.....

Wie sieht so ein Buch denn aus?

Theoretisch kann dein Buch aussehen, wie es dir gerade beliebt. Es kann ein großes mächtiges Buch mit Schloss und Ledereinband sein, aber auch ein Ringordner oder von mir aus ein paar lose Blätter, die über deinen Schreibtisch fliegen. Dein Buch der Schatten spiegelt deine Persönlichkeit und damit gibt es keine einheitliche Form, wie es auszusehen hat. 
(c) Claudia
Dein Buch kann groß und in Leder gebunden mit vielen Bildern sein, aber auch ganz klein und unscheinbar mit handgeschriebenen Texten. Dein Buch kann ein Ordner sein, ein USB - Stick, ein PC - Dokument oder ein Fotoalbum. Hauptsächlich musst du dich in deinem Buch wiederfinden, weil du es mit deinen Inhalten füllen wirst. Die Bilder können von dir selbst gezeichnet oder kopiert worden sein; Hauptsache sie sprechen dich direkt an. Oder vielleicht gibt es auch überhaupt keine Bilder. 
Du kannst dein Buch auch in einer "geheimen Sprache" verfassen. Zb. Hexenschrift oder Runen. Vielleicht auch in einer Fremdsprache, die du gut beherrscht. Natürlich kannst du auch ein Schloss anbringen, wenn du nicht möchtest, dass jeder es lesen kann, dem es rein zufällig in die Hände fällt. 
Ich persönlich verlasse mich dabei bisher auf einen Schutzzauber....

Wie wird ein Buch der Schatten aufgebaut?

Jetzt sind wir bei der Frage angekommen, die sicher am meisten bewegt. Was packe ich denn jetzt so in mein Buch? 
Tja, so einfach sich diese Frage anhört, so schwer ist sie auch zu beantworten. Denn wie bereits erwähnt ist das Buch der Schatten jeder Hexe ihre absolut eigene Persönlichkeit und damit sieht das Buch jeder Hexe anders aus. So wird eine schamanistisch arbeitende Hexe ihr Buch sicher anders aufbauen und füllen als eine Chaoshexe. Jemand, der nicht mit Steinen arbeitet, wird vielleicht nur ein kurzes Kapitel darüber haben; während eine Kräuterhexe dutzende Rezepte und Auflistungen von Kräutern in ihrem Buch haben wird. 

Ich kann dir alleinig erzählen, wie mein Buch aufgebaut ist. Wenn du schon andere Texte dazu gelesen hast, dann wird dir sicher einige Ähnlichkeiten, aber auch einige Unterschiede auffallen. 
(c) wikimedia
Mein Buch beginnt mit einem Schutzzauber, das mein Buch vor Diebstahl schützen soll. Ich werde ihn unter diesen Beitrag posten, weil ich ihn auch aus dem Internet habe und für sehr schön befunden habe. Dann folgen verschiedene Grundlagen zu zum Beispiel meine Gedanken zu Hexenregeln und ähnlichen Dingen; danach folgt ein Lexikon mit wichtigen Begrifflichkeiten, die man als Außenstehender vielleicht nicht sofort versteht. Ich möchte mein Buch nämlich vererben und so kann es sein, dass ich persönlich nicht mehr da bin um eine neue Hexe mit allen Erklärungen zu unterweisen. Und ich bin der Ansicht, dass MEIN Buch auch am Besten funktioniert, wenn man MEINEN Gedankengängen folgen kann.

Desweiteren möchte ich Kapitel über Wahrsagemethoden anlegen; wie zb. Tarot und Spiegelmagie. Aber auch zu den Runen, mit denen ich mich bisher leider noch nicht beschäftigen konnte. Es soll eine Auflistung von Räucherwerk geben und von heimischen Kräutern (wobei ich noch keine Ahnung habe, wie ich das sortieren soll.) Dann sollen Abschnitte über Zauber und Rituale folgen, sortiert nach ihrem Aufgabenbereich. Also einmal ein Kapitel nur für Zauber um Liebe und Freundschaft; Zauber für materiellen Wohlstand etc. damit man sich im Buch nicht dumm und dämlich sucht nach dem richtigen Zauber. 

Du kannst also dein Buch der Schatten individuell aufbauen und einen neuen Bereich beginnen, wenn du dich einem neuen Thema widmest. Vielleicht fängst du plötzlich an mit ägyptischer Magie zu arbeiten - dann kannst du dafür ein Thema eröffnen in deinem Buch; selbst wenn du nicht dabei bleibst. Du kannst ein Kapitel für Ratschläge und gute Hinweise hinzufügen, die dich weiter gebracht haben oder für Geschichten, Gedichten und Gedanken deiner Selbst. Mein Buch beinhaltet auch ein Tagebuch, dass meinen persönlichen Weg wiedergibt und mich oftmals zurück auf den Boden holt, wenn ich mal wieder das Gefühl habe zu stagnieren oder einfach gar nichts wirklich zu können. 

Muss ich ein Buch der Schatten führen um eine gute Hexe zu sein?

Die Antwort ist ganz klar: NEIN!
(c) vivanguyen
Natürlich musst du das nicht. Du musst auch keinen "Hexenregeln" folgen, die irgendwer aufgestellt hat oder dich unbedingt mit Kräutern auskennen. Du musst nicht an einem Altar arbeiten oder Tränke brauen. Du musst keinen Besen besitzen und genauso wenig musst du ein Buch der Schatten haben. ABER es ist empfehlenswert aus den Oben genannten Gründen. 
Glaub mir, du wirst seinen Sinn und seine Wichtigkeit vermutlich erst dann schmerzlich begreifen, wenn der großartige Zauber, den du letzte Woche gewirkt hast wegen deinem Alltagsstress aus deinem Gedächtnis verschwunden ist und du dich deswegen jetzt zu Tode ärgerst. 


Ist es erlaubt Dinge von Homepagen oder aus Büchern zu kopieren?

Naja, solange du es nicht weiterverkaufst als dein eigenes Gedankengut ist es natürlich erlaubt. Aber auf dein Buch bezogen gehen die Meinungen auseinander; einige raten davon komplett ab, wieder andere sehen das Thema eher entspannt. 
Ich persönlich habe das schon getan und würde es auch immer wieder tun. Hier gibt es allerdings zu entscheiden nach verschiedenen Dingen. Ziehst du wissenswertes aus dem Netz oder Buch? Bedeutungen von Steinen, Kräutern, Mondkonstellationen oder Texte über magische Wesenheiten? - Dann ist es in meinen Augen völlig ok, wenn du sie deinem Buch anfügst, wenn sie sich für dich gut anhören. 
(c) plashingvole

Beziehst du jetzt aber Rituale und Zaubersprüche aus dem Netz? - Da wird es dann schon ein wenig komplizierter. Ich persönlich habe zwar Zauber und Rituale in meinem Buch, die ich nicht selbst geschrieben habe - ABER ich habe sie alle mit Erfolg angewendet und so gemerkt, dass der Zauber mir liegt.
Was du tun kannst, wenn etwas aus dem Netz gut klingt für dich wäre dafür eine eigene Kategorie in deinem Buch anzulegen. Dort "parkst" du Zauber von Fremden, bis du sie ausprobieren konntest um zu gucken, ob ihre Schwingungen dir liegen. Wenn dem so ist - dann darfst du sie meinetwegen ruhig übernehmen. Ist dem nicht so, dann lass es sein. Dein Buch mit Wissen zu füllen, dass dir nicht liegt, nur damit es nicht leer ist, ist der falsche Weg und zeugt von einem ungestümen unreifen Geist. Das wird am Ende der Weg sein, der dich nirgendwo hinführt und dafür sorgt, dass du von der Magie frustriert bist.

Der Schutzzauber

Wie gesagt möchte ich nun noch meinen Bücherschutzzauber hinten anstellen. Man kann damit auch ganz großartig nicht - magische Bücher schützen. 


"Dieses Buch, das ist mir lieb.
Wer's mir nimmt, der ist ein Dieb.
Ob Herr oder Knecht,
der Galgen ist sein Recht.
Kommt er an ein Haus,
so jage man ihn heraus.
Fällt er über einen Stein,
so bricht er sich Hals und Bein.
Doch bringe er es mir zurück,
lächelt ihm alsbald das Glück." 

Natürlich steht es dir frei den Zauber entsprechend deinen Gedanken zu verändern. Er kann ein Anstoß sein, darf aber auch genauso übernommen werden. Ich wünsche dir Glück und Erfolg mit deinem Buch.

Erzähl mir doch, wie dein Buch begonnen hat, wie es aussieht und wie du damit klar kommst. Vielleicht hast du aber auch lustige Anekdoten zu einem Buch der Schatten. In die Kommentare damit, wir lachen doch alle gerne. 

Mit besten Wünschen,
eure Ardijana 

Kommentare:

  1. Oha Meines war fast ein komplettes Jahr so gut wie leer. Ich hatte einfach ein kleines handelsübliches Notizbüchlein genommen in ein bei mir noch völlig unverarbeitetes weisses Bisamfell eingeschlagen. Ich hatte mir eine Schutzsigylle überlegt einen kleinen Fers geschrieben zum Schutz noch in den Deckel einen getrockneten Mistelzweig eingeklebt und dann über ein Jahr keinen blassen Schimmer gehabt was ich wie da rein schreiben sollte.Bis ich dann mich nach einer eher praxislosen Phase mit einer Junghexe die ihr Grimoire bereits gut gefüllt hatte unterhalten habe.Ab da ging dann alles fast wie von selbst nach dem Motto egal einfach anfangen!

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    1. Mann, Marc.
      Das freut mich sehr zu hören und es ist schön, dass es jetzt so viel flüssiger läuft. Und ja, der Austausch mit Gleichgesinnten kann manchmal genau der Stoß sein, den der Stein braucht um ins Rollen zu kommen.

      Viel Glück auf deinem weiteren Weg. =)

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