Freitag, 5. Februar 2016

Skyclad - im Himmelsgewand für die Götter

(c) Júlia Carreras Tort

Hey, meine lieben Leser

der heutige Artikel wird die Themen Nacktheit und Sexualität beinhalten, ich bitte dies vorab zur Kenntnis zu nehmen. Den der heutige Artikel wird sich um das Thema Skyclad drehen - also rituelle Nacktheit in all ihren Fassetten. Was verbirgt sich dahinter? Wer betreibt es? Und ist das auch heute noch für uns brauchbar/machbar? 
Es werden Bezüge zur Sexualmagie gezogen werden. Bis du mit diesen Themen nicht einverstanden, dann bitte ich dich nun zu gehen. Allen anderen wünsche ich schönes Lesen und Inspiration. 


Was bedeutet Skyclad?

Nacktheit - kaum etwas ist in unserer Gesellschaft mit einem solchen Tabu belegt. Außer vielleicht die Sexualität, bei der wir in den meisten Fällen aber auch nackt sind. Wir sind nackt beim baden, nackt bei unserer Geburt und nackt vor einer Person zu sein bedeutet dieser sehr zu vertrauen.
(c) Júlia Carreras Tort
Nicht anders sieht es beim Skyclad im religös - magischen Bereich aus. Es handelt sich hierbei um eine rituelle Nacktheit, bei der die Nacktheit wie eine zeremonielle Robe getragen wird. Skyclad bedeutet "im Himmelsgewand" und soll damit andeuten, dass man nur mit der Natur bekleidet ist. Also rein von Makel und Geltungsbedürfnis. Wie man so schön sagen würde "so wie Gott uns schuf" - daher ziehen es viele Hexen und auch andere religöse Gruppen vor ihren Göttern eben so ins Angesicht zu treten, wie sie sie geschaffen haben. Eben nackt und unbefleckt von der Gesellschaft und ihren Zwängen.
Seien sie normalerweise auch Börsenmakler, Putzfrauen, schwul oder sonst wie unterschiedlich. Nackt sind sie alle gleich - so wie es in den Augen ihrer Götter eben auch ist. 

Wer betreibt Skyclad?

Skyclad ist schon sehr alt, was einfach daran liegt, dass der Mensch nicht sofort mit Kleidung und einem Tabu geboren wurde. Skyclad kennt man von indischen Sadhus (also "heiligen" Männern, die sich ein gewisses Tabu auferlegt haben wie zb. keine Kleidung zu tragen, immer nur auf einem Bein zu stehen etc. die Gunst der Götter zu erreichen und nicht mehr reinkarniert zu werden).
(c)Wikimedia
Der Tanz in Nacktheit und Ausschweifung wurde auch bereits den ersten Hexen und Ketzern unterstellt, die verfolgt wurden. Nackt zu sein war ein großes Tabu und dies dann auch noch vor Menschen, die man nicht kannte, das war für die damalige Zeit unfassbar. Zudem ist die Nacktheit bei kultischen Handlungen sehr alt und war auch schon bei den Griechen, Römern und anderen antiken Zivilisationen bekannt. Damit galt sie in den Augen der Kirchenväter als etwas sehr Heidnisches - was es noch verschlimmerte.

Nicht auslassen möchte ich aber den Gedanken, der den meisten Leuten kommt, wenn es um rituelle Nacktheit geht. Denn sofort denken viele an dunkle Rituale und Satanismus. Es tauchen Bilder aus Hollywoodfilmen auf von nackten Paaren, die miteinander verkehren oder nackten Frauen, die als Ritualtische benutzt werden. 
Ja, unbestritten kommt rituelle Nacktheit auch im Satanismus vor - meist gepaart mit Sexualmagie. Ebenso kann sie aber auf dieser Grundlage auch in der "weißen Magie" vorkommen; obwohl meistens die Nacktheit der Ritualteilnehmer keinen sexuellen Kontext hat.

Was sind die Gründe Skyclad zu praktizieren?

Die Gründe weswegen Skyclad praktiziert wird sind so unterschiedlich wie die ausführenden Personen selbst. Die rituelle Nackheit kann als Versprechen an die Götter gelten, als Möglichkeit der Gleichstellung aller Ritualteilnehmer, als Vorbereitung auf Sexualmagie, als Bestandteil von Fruchtbarkeits- oder Liebesriten und vielen anderen Dingen.


(c) Chad Berkley
Viele Hexen, die diesen Kult betreiben, sagen, dass sie sich den Götter näher fühlen, wenn sie sich von der Last ihres Alltags und der Person, die sie im Alltag sein müssen befreien. Sie fühlen sich freier und weniger beengt, wenn sie keine Kleidung tragen. Andererseits wird es - zb. in Gruppen - auch eingesetzt um alle Mitglieder gleich zu machen. Sie sind, wie ihre Götter sie geschaffen haben und vor deren Augen muss man sich nicht verstecken. 

Rituelle Nacktheit ist ansonsten auch sehr stark mit Fruchtbarkeit, Sex und Liebe assoziert. Bei vielen älteren Ritualen und Kulturen galt die Nacktheit als elementärer Teil eines Rituales, wo es darum ging zb. Kinderreichtum anzuziehen oder sexuellen Liebesgottheiten zu huldigen (zb. die Tempelprostitution im Tempel der Aphrodite).
Es konnte sich hierbei aber auch um eine sprichwörtliche Fruchtbarkeit handeln. So las ich von einem Ritual, bei dem eine junge Frau nackt für den Gott Thor tanzen würde um ihn günstig zu stimmen, damit die Felder im Frühjahr fruchtbar werden würden. 
Auch eine verlockende Aussicht, nicht?

Ist es heute überhaupt noch möglich so etwas zu tun?

Im Grunde - ja.
Es gibt heute noch viele Hexen und Anhänger anderer Glaubensrichtungen, die ihre Rituale nackt abhalten. In deiner eigenen Wohnung bzw. in nicht öffentlichen Räumen legt der Gesetzgeber auch keine Grenzen auf - dort kann man so nackt sein, wie man möchte. Ein bisschen kompliziert wird es, wenn du deine Rituale gerne im Freien abhältst.


(c) Istvan Kadar
Dein Garten gilt als dein persönlicher Raum und wenn du dort nackt Artemis huldigen möchtest, dann ist es dein gutes Recht und niemand kann dir was. Wenn du aber dieselben Rituale im Wald oder am Strand abhältst, dann hat der Gesetzgeber da schon was gegen. Denn es gilt als Erregung öffentlichen Ärgernis und stellt eine Ordnungswidrigkeit (kann bis zur Straftat gehen, je nachdem wo du nackt bist; zb. neben einem Kinderspielplatz). 
Hier gilt aber der Grundsatz: Wo kein Kläger, da kein Richter. 
Das hießt, solange dich niemand sieht bzw. sich niemand von deiner Nacktheit beleidigt fühlt, kannst du auch an öffentlichen Räumen nackt sein. Das dir die wetterlichen Bedingungen dort eher einen Strich durch die Rechnung machen werden sei mal dahingestellt. 

Eigene Erfahrungen?

Nun ja, so semi.
Theoretisch war ich nie sonderlich schmerzempfindlich, was meine Nacktheit anging. (Anders als andere Mädchen...oh Götter, ich erinnere mich an Szenen!) Und jetzt nachdem ich meine Tochter geboren habe, ist meine Schwelle nackt zu sein sehr gesunken. Immerhin haben mich während dieser Zeit mehr Leute nackt gesehen als zuvor in meinem ganzen Leben!


(c) Inga Dinga
Eigene Erfahrungen mit Skyclad habe ich aber nicht. Ich habe meine Rituale niemals nackt abgehalten bisher, aber spiele oft mit dem Gedanken. Am meisten hindert mich aber, dass ich meinen Körper als unansehnlich empfinde. Ich stehe mit mir und meinem Körper nicht im Reinen und fühle, dass dies ein sehr starkes Hindernis für dieses Vorhaben ist. Denn Skyclad zu sein bedeutet seine tiefsten Handlungen aus voller Seele auszuführen und dazu muss man seinen Körper anerkannt haben wie er ist. Und diesen Punkt habe ich noch nicht erreicht.

Ob ich in einer Gruppe skyclad wäre?
Hm, eine schwere Frage. Zum einen führte ich ja schon an, dass ich da relativ befreit bin. Trotzdem ist es in einer Gruppe ja noch mal etwas Anderes - gerade in einer gemischten Gruppe. Ich müsste deutlich das Gefühl haben jeden Anwesenden vertrauen zu können um mich das auch wirklich zu trauen. Das heißt aber auch, dass ich die Personen gut kennen müsste. Also wenn dann erst, wenn ich die Gruppe eine Weile kenne und Vertrauen aufbauen konnte.

Doch nun genug von mir. Wie sieht es bei euch aus?
Schon mal Erfahrungen mit ritueller Nacktheit gemacht? Egal ob als ausführende oder beobachtend? Eigene Gedanken dazu? Noch Fragen?
Einfach in die Kommentare! Beantworte ich natürlich gerne. 

Beste Grüße,
eure Ardijana 

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